Barry Callebaut – Ironie?

Barry Callebaut zählt zu den wichtigsten Kakaohändlern der Welt. Das Unternehmen hat Aktivitäten in der ganzen Wertschöpfungskette und ist eine bedeutender Verarbeitung, vor allem als Outsourcing für andere Marken.

Die Aktie kostet über CHF 2000,-, Hauptaktionär ist die Jakobsstiftung. Diese engagiert sich ein wenig in der Förderung von Kindern und Jugendlichen, CHF 43 Mio, die Steuerersparnis dürfte wesentlich höher sein. 2019 hat die Jacobs Stiftung viele Aktien abgestossen und dürfte 1,5 Mrd. flüssige Mittel haben. Das Klumpenrisiko angeblich zu hoch.

Redner sind auf der GV nicht vorgesehen, ich habe meine Rede abgegeben und die einzige Antwort war „wir arbeiten dran“. Die Aktionär hatten das Desertbuffet gerne, sie durften einpacken und nach 30 Minuten war nichts mehr da. Angeblich zeigt sich das Unternehmen immer weniger grosszügig. Das Unternehmen habe ich der Gwundertüte geschenkt.

Der CEO eines Unternehmens mit 12’000 Mitarbeitern hält 16 Mio für einen marktgerechten Lohn, irgendwie wirkte auf mich alles wie ein Hohn, für die Kleinaktionäre ein schöner Anlass. An Reden kein Interesse, die stören nur.

Die Investorrelation wurde per E-Mail kontaktiertit der Bitte um konkrete Antworten. Diese will ich gerne veröffentlichen.

Gutenberg Reise nach Mainz

In Mainz wurde der Buchdruck erfunden. Dieser hatte grosse Auswirkung auf die Bildung und das Verständnis der Welt. Daher das Reiseangebot, welches sich vor allem an WordPresser wendet. Das beliebteste CMS der Welt nennt den neuen Editor Gutenberg.

Damit sollen die Menschen angeregt werden, einfach und schnell Webseiten und Blogs zu erstellen. Die Reise ist ein Vorschlag, der gerne kopiert werden kann.

ABB GV – Profiteure?

Die ABB hat die Stromnetzsparte an Hitachi veräussert. Auf der Generalversammlung will ich das Thema Profiteure ansprechen. Vor allem geht es mir um die Mitarbeiter. Wenn ein Geschäftsbereich abgestossen wird, führt das immer zur Umstrukturierung und oft zum Stellenabbau. Niemand ist gerne arbeitslos und deswegen wagen viele Menschen den Schritt in die Selbständigkeit und geben ihr Pensionskassenvermögen auf.

Mir ist ein konkreter Fall bekannt, nun gibt es zwei Rentnerinnen, die zerstritten sind und trotz langer Berufstätigkeit von Ergänzungsleistungen abhängig sind. Auffanggesellschaften für Mitarbeiter oder noch besser Neugründungen werden nicht praktiziert. Es wird auf die Flexibilität der Mitarbeiter gesetzt. Doch gerade im Alter wird das schwierig und bedeutet meist einen Rückschritt.

Warum sollen die Aktionäre von dem Verkauf und die Geschäftsleitung vom Verkauf profitieren. Welche Möglichkeiten gibt es das Knowhow in der Region zu halten und auszubauen. Der Staat ist mit lokalen Kartellgesetzen unfähig einzuschreiten. Die Politiker, welche in Verwaltungsräten sitzen, vertreten meist die Unternehmensseite und führen keine Diskussionen.

Wieder habe ich ein Lied verfasst, passend auch das die Generalversammlung auf dem Tag der Arbeit folgt
www.zurfluh.de/arbeiten

Mein folgendes Gedicht, welche die Fragestellung verpackt. Herr Voser hat das Thema souverän behandelt, den Weiterbildungsfaktor und die gesellschaftliche Verantwortung skizziert. Es ist Wasser auf die Mühlen meiner Weiterbildungspläne für Afrika.

Aktionäre vom Verkauf profitieren
vielleicht die Arbeiter verlieren
sichern wir faire Chancen
für zukünftige Job Allianzen
damit das Wissen bleibt bestehen
wir hier neue Techniken sehen
Die Schlüsseltechnologie ist Energie
vergessen wir das nie
lassen wir Angestellte eine Firma gründen
statt Sie nur zu schinden

Bürgerreise Kasan – Demokratie erleben

Winterlandschaft in Tatarstan

Am 12. Juli 2018 wurde von mir ein Leserbrief veröffentlicht. Aufgrund des Zeitungsberichtes habe ich die Leser aufgefordert sich selbst von Russland ein Bild zu machen und auf die Initiative der GIZ, Bonn hingewiesen. Viele russische Freunde laden mich immer wieder ein. Ich wollte erst nach meiner USA Reise, Russland besuchen, könnte aber eine Bürgerreise begleiten.

Nun habe ich vom 22.2.- 2.3.2019 eine Bürgerreise nach Kasan ausgeschrieben und gleichzeitig das Präsidialamt in Moskau um einen Empfang gebeten. Ich nehme an, das Herr Putin meine Liedertexte mag und habe ein sehr provokantes Lied meinen Schreiben beigefügt. Auf die Reise bin ich gespannt, vor allem denke ich, es ist genügend Zeit zur Vorbereitung.

Wir werden Moskau besuchen, mit dem Zug nach Kasan reisen und dort auf das Land fahren. Ich bin sicher, dass wir an die Universität eingeladen werden und mit Unternehmern sprechen können. Es wird genügend Zeit für eigene Erkundungen geben. Für Kasan zähle ich zu den Spezialisten.

Die Reise soll auch Spass machen und ich freue mich, wenn auch von der Schweiz eine Meinungsvielfalt anreisen wird.

Hier den Handzettel, den ich verteile:

Die Bitte um einen Empfang
Anfrage Empfang Bürgerreise beim russischen Präsidenten

Geschätzte Kosten:

    Flüge Euro 500,-
    Bahnfahrt Euro 100,-
    Hotel Euro 700,-
    Transport Euro 100,-
    Eintritte Euro 30,-
    Organisation Euro 300,-
    Visakosten Euro 160,-

Wir hatten es nicht geschafft, Mitreisende zu finden. Ebenso hat der Präsident Vladimir Putin unseren Brief nicht beantwortet-

DHL – Verhinderer von Kundenreklamationen

DHL Kundenreklamationen?

Logistikunternehmen, wie DHL arbeiten mit immer kleineren Margen auf Kosten Ihrer Kurierfahrer. Die Dienstleistung ist perfide industrialisiert und die Mitarbeiter am Kunden wenig interessiert.

Im Oktober 2017 erwartete ich dringend eine Sendung, die am Freitag abgesandt wurde. Während des Wochenende wurde auf mein Anliegen nicht eingegangen. Am Montag, wo ich die Sendung brauchte, weil ich einen Tag später eine Reise begleiten wollte, wurden meine Nachfragen schroff abgelehnt, weil ich nicht als Empfänger notiert war.

Später dann doch, es war schon zu spät, ich musste die Sendung umleiten und hatte dafür einen hohen Zeitaufwand und Kosten. DHL fühlte sich nicht verpflichtet, Schadensersatz zu zahlen und ignorierte die Korrespondenz dazu. Betreibungen gegen DHL konnte trotz der Korrespondenz mit den Unternehmen zweimal nicht zugestellt werden, erst eine Betreibungsbeamte konnte schliesslich helfen.

Das Unternehmen hat sich als arrogant gezeigt und beim Schlichtungsprozess wurde nicht versucht den Fall zu klären. Es zählen die AGB’s, DHL soll die Hälfte zahlen. Diesen Schlichtungsprozess empfand ich als Farce und für die Prüfung wurde mir eine Rechnung über CHF 300,- gestellt.

Der Kampf gegen DHL muss weitergehen. Schlussendlich geht es mir darum, dass die Mitarbeiter sich wieder engagieren können. Jegliches persönliches Engagement wird durch den Konzern meiner Meinung nach unterdrückt. Die Kunden zählen nicht, nur optimierte Prozesse und günstige Kosten.

Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, Rechtsverletzungen werden anscheinend gedeckt und vielleicht braucht es die EU für die Durchsetzung von Kundenrechten. Doch ändert dies wirklich was? Es ist nicht besser, wenn Bürger direkt Konzerne angreifen?

Glücklicherweise hat DHL gleich wieder eine Sendung verschlampt. Ich bin nochmals auf Konfrontation gegangen. Der Schlichtungsrichter hatte wiederum festgestellt, dass der Sendungsaufgeber Vertragspartner von DHL ist. Man hat jedoch den Schadensersatz zu 70% akzeptiert und mich gebeten das Gericht nicht mehr anzurufen, sondern den Geschäftspartner diesen Part zu überlassen. Den Vergleich finden Sie hier:
DHL-Entscheid vom Zivilgericht Basel

Google – warum soviel Macht bei Wenigen

Google und dessen Mutterkonzern Alphabet gehört heute zu den mächtigsten Unternehmen der Welt. Sie haben ein Monopol für die Suche im Internet aufgebaut. Heute scheint das wichtigste Ziel, möglichst hohe Werbeeinahmen zu erzielen, zu sein.

Bei den Suchergebnissen gilt das Auktionsgebot. Wer am meisten zahlt, der erscheint mit seiner Werbeanzeige. Jeder Klick kostet und der Wettbewerb ist entfesselt. Nicht die Qualität zählt, sondern die finanziellen Ressourcen.

So gibt es in der Schweiz mindestens 20 Visadienste. Unternehmen, die lange im Geschäft sind oder Startups mit potenten Investoren haben, werden gefunden. Eine Lisa Müller, die sich einen Nebenerwerb aufbauen will, fällt raus. Das Geld kommt so schnell nicht rein.

Selbst für einige afrikanische Länder, wo es kaum Wettbewerb gibt, fordert Google hohe Mindestangebote. In der organischen Suche gefunden zu werden, ist noch schwieriger. Auch hier haben Unternehmen Vorteile, deren Webseiten bereits geklickt wurde. Google wertet Benutzererfahrungen aus.

Hinzu kommt, dass Google die Beratung seiner Werbung ausgelagert hat. Es gibt kaum Hilfestellung, nur Kurse und Foren, diese meist online. Also ist man auch hier gezwungen zu investieren. Generell macht Google alles, dass die Mitarbeiter mit den Kunden nicht persönlich sprechen. Ein Telefonanruf ist die Ausnahme, alle Fragen werden über Foren diskutiert.

Die Informationspolitik ist lückenhaft. Obwohl viele Benutzer auf Foren, bei Google Business, Google+ oder Google Maps kommunzieren, ist der Einfluss durch die Benutzer minimal. Facebook, Twitter und Amazon verfahren ähnlich. Daten werden sich unter den Nagel gerissen, dafür dürfen wir die Plattformen kostenlos nutzen und schaffen Monopole.

Es ist an der Zeit, diese Unternehmen unter demokratische Kontrolle zu stellen. Eine Verstaatlichung ist vielleicht der einzige Weg, denn z.B. die Form einer Genossenschaft scheint heute ein Unding zu sein. Die grossen Internet- und Computerunternehmen werden immer mächtiger.

Ich finde den Google Kartendienst und viele Programme sehr nützlich. Wenn Google ein Unternehmen der Menschen wäre, so hätten die Informationen noch mehr Wert für alle. Vor allem würden sich mehr Menschen daran beteiligen und könnten Einfluss nehmen.

Momentan geschieht das Gegenteil, so habe ich einen Beitrag verfasst, wo ich der Meinung bin, dass bei Google mittlerweile die Algorithmen bestimmen.
Hier geht’s zu meinen Artikel: Hilfe, Algorithmen entscheiden

Wie es weitergeht, wird die Zeit zeigen. Ich würde es gut finden, wenn Menschen eigene Webauftritte entwickeln und sich persönlich und lokal besser vernetzen.

Solidaritätstag im Aarau

Gewerkschaften, die Juso und die SP aus dem Kanton Aargau haben im Arbeiter Strandbad Tennwil einen Solidaritätstag veranstaltet.

Einen schönen Tag am See verbringen, miteinander sprechen, gut essen, mit der Familie zusammen sein und etwas für die politische Bildung tun. So haben wir den Anlass empfunden. Wir sind nach Tennwil gefahren, um die Reden von Tamara Funiciello, Präsidentin der Juso und von Gregor Gysi, Präsident der europäischen Linken zu hören.

In ihrer Rede hat Frau Funiciello stark die Zustände angeprangert und das Flüchtlingsproblem auf eine polemische Art verdeutlicht, indem sie verschiedene Namen genannt hat, die kämpfen müssen. Bei einer Reflexion musste ich mir Feigheit in vielen Fragen eingestehen.
Redeabdruck von Tamara Funiciello

Gregor Gysi hat die politischen Erfahrungen in Deutschland auf eine leicht ironische Weise geschildert. Er meinte, dass Europa eine Enklave benötigt und dies sollte die Schweiz sein. Gleichzeitig hat er aufgezeigt, warum die Linke international sein muss. Eine Aussage die mir in Erinnerung bleiben wird, ist, um Armen zu helfen, darf man nichts von den eigenen Armen nehmen. Wir haben das Redeskript hier, um die Gedanken nachzuvollziehen
Rede Gregor Gysi Manuskript zum Download

Der Konflikt zu den Reichen zieht sich durch die Politik der Linken. Ein Kampf ist nötig, dennoch müssen wir aufeinander zugehen. Auch den Reichen muss klar werden, dass Solidarität zwischen Reich und Arm sowie Umverteilung allen hilft. Es braucht Demokratie, auch in der Wirtschaft, aber auch mehr Fantasie und Engagement aller Bürger. Vor allem ist es fahrlässig, den Grossteil der Menschen jeglichen Einfluss abzusprechen.

Credit Suisse GV Transparenz

Bei der Credit Suisse wollen wir an der Generalversammlung 2018 wissen, wie es mit Anlageprodukten aussieht, welche den Kunden verkauft werden. Zum Thema folgende Problemstellung:

Werden die Produkte nicht unnötig kompliziert, wer prüft die Risiken, wer entscheidet über die Aufnahme ins Portfolio und versteht diese wirklich der Kunde? Strukturierte Anlageprodukte habe ich immer als sehr verwirrend empfunden.

Ich denke es ist an der Zeit, Dinge wieder einfacher und leichter verständlich zu konzipieren. Damit werden schlussendlich Risiken minimiert, denn die Produkte können leichter geprüft und erklärt werden. Aus einen Buch von Robert Misik habe erfahren müssen, dass es für die Bankprodukte keinerlei externe Kontrolle gibt.

Den Vortrag gestaltete ich mit meinen Lied „Auf zur Bank“, die Gitarre wurde nicht erlaubt, ich musste also singen, dafür konnten sich die Zuhörer mehr auf den Text konzentrieren, die letzte Strophe habe ich nicht vorgetragen, die finden Sie auf meiner Webseite (es hat drei Versionen)
www.zurfluh.de

Ich stellte die Fragen nach Verständlichkeit, Transparenz und externe Kontrolle der Anlageprodukte, die sehr allgemein beantwortet wurde. Zum Punkt „externe Kontrolle“ musste ich mangels Antwort nachhaken, Urs Rohner meinte es gibt keine externe Kontrolle.

Das wäre doch eine Chance für ein NGO Banken zu zertifizieren, wie dies auch bei Fairtrade Produkten der Fall ist. Viele Geschäfte gerade für Grossunternehmen werden durch Banken ermöglicht. Das könnte auch den Banken helfen Risiken zu minimieren.

Es hatte gute Redner zur Vergütung und verantwortungsvoller Geschäftspolitik. Der letzte Redner traute sich sogar, die Aktionäre zu bitten, statt abzustimmen den Saal zu verlassen und somit den Unmut über die riesigen Managerbezüge zu äussern. Wir haben zu zweit den Saal mit den Füssen abgestimmt, obwohl alle 1178 Aktionäre lediglich 1% der Stimmen vertreten haben.

2019 hatte ich ein Lied zu Mosmbik entworfen. Am Ende suche ich auch hier eine Möglichkeit die Bildung zu fördern. Alfred Escher hat mit Gründung der Schweizer Kreditanstalt den Wohlstand initiiert, hier mein Redebeitrag und die folgenden Details an die Investorrelations
Credit Suisse -> Credit Mosambik?

Generalversammlungen sind ein Mittel demokratischer Kontrolle, auch wenn gilt, wer zahlt befiehlt. Wir leben jedoch in Demokratien, wo Mehrheiten entscheiden. Daher ist eine verantwortungsvolle Unternehmensführung wichtig sowie die Akzeptanz in der Gesellschaft. Wie sich die Wirtschaftsdemokratie entwickeln wird, wissen wir nicht, es bleibt zu hoffen, dass Generalversammlungen transparenter werden und die Unternehmensführung dort ehrlich informiert. Diesen Eindruck hatte ich von der Credit Suisse nicht. Die Anzahl Voten wird von den Teilnehmern kritisiert, Klima, Mosambik und Abzocker wurden mehrmals debattiert. Doch stattdessen sollten die Buffets vorher eröffnet, denn für viele Aktionäre ist eben auch das Essen wichtig.

Die Generalversammlung ist sehr gut organisiert gewesen, die Mitarbeiter zeigten sich sehr engagiert und ich konnte viele konstruktive Gespräche führen. Gerne komme ich wieder an die Generalversammlung der Credit Suisse.

Schmolz + Bickenbach GV Verantwortung

Schmolz + Bickenbach hat einst die Von Moos Stahl in Emmenbrücke, Kanton Luzern übernommen und anscheinend nach Luzern seinen Hauptsitz verlegt. Der Kanton Luzern hat im Steuerwettbewerb die günstigsten Gewinnsteuern für Kapitalgesellschaften ausgewiesen.

Vor Jahren hatte ich noch auf möglichst hohe Steuervorteile für Unternehmen geachtet. Mittlerweile hat sich meine Meinung, Unternehmen sollte genauso wie Privatpersonen zu den staatlichen Kosten beitragen, zumal diese immer weniger Mitarbeiter beschäftigen.

Letztes Jahr wollte der Kanton wegen fehlender Finanzmittel die Krankenkassen Unterstützung, die sogenannte Prämienverbilligung nicht mehr bezahlen. Viele Familien können sich die Krankenkassen nicht leisten und der Staat springt hier ein. Es wurde eine Lösung gefunden, doch wie lange kann ein Staat sparen?

Auf unsere Anfrage haben wir vom Verwaltungsrat Edwin Eichler eine ausweichende Antwort bekommen. Er hat darauf hingewiesen, dass die Bürger demokratisch die Steuern beeinflussen können und Unternehmen dies akzeptieren. Kein Wort, dass immer Steueroptimierungen gesucht werden und auch keine Meinung, ob es denn richtig sei, dass mittlerweile Privatpersonen prozentual höher belastet werden als Unternehmen, vor allem wenn die Kosten für Sozialversicherungen berücksichtigt werden.

Für das nächste Jahr haben wir schon unser Thema. Obwohl der Verwaltungsrat von 7 auf 6 Personen verkleinert wurde, bleibt die Vergütung in gleicher Höhe von ca. CH 4 Mio. Es wurde nicht erwähnt, dass somit eine Lohnerhöhung erfolgt. Das ist insbesondere verlogen, wo doch das Unterrnehmen ein grosses Sparprogramm verfolgt.

Folgende kurze Rede hielt ich an der Generalversammlung 2019 von Schmolz und Bickenbach für das Jahr 2019, nach der ersten Strophe und den Refrain von meinen Lied Anstand
www.zurfluh.de/anstand

Still hat der Verwaltungsrat den Lohn erhöht
weil das einfach so geht
Die Vergütung von 7 auf 6 blieb gleich
und machte jeden Verwaltungsrat reich
bei den Arbeitern wird rationalisiert
und der Aktionär langfristig profitiert
Gerechtigkeit wo ist der Sinn
biegen wir das wieder hin
nächstes Jahr die Arbeit günstiger verrichten
das bezwecke ich mich mit den dichten

In der Antwort wurde ausgeführt, dass seinerzeit über den Maximalbetrag abgestimmt wurde. Im Geschäftsjahr 2018 wurde dieser nicht ausgeschöpft. Die Aktionäre profitieren nicht, der Aktienkurs blieb tief und es wurde keine Dividende bezahlt. Jedoch leidet der Konzern immer noch an einer Akquisestrategie von Werken, die nicht ins Unternehmen passten und überbezahlt waren. Stattdessen haben die Arbeitnehmer profitiert, mehr Stellen und eine Lohnerhöhung in den meisten Fällen. Nur mit Arbeitnehmer findet auf der GV kein Dialog statt, deren Ansichten werden selten gehört.

Nestlé GV – ein Dialog beginnt

Zur Nestlé GV 2018 wollte ich ursprünglich den Antrag stellen 1% vom Gewinn für die Bildung in Afrika einzusetzen. Nachdem ich mich über die bisherigen Anstrengungen, Ergebnisse und Vorschläge der Entwicklungsarbeit eingelesen hatte, wählte ich die Option zur Weiterbildung. Den Antrag stellte ich Nestlé im Vorfeld zu, worauf in einen zweiseitigen persönlichen Brief die Bildungsunterstützung aufgezeigt wurde. Daher wollte ich die Diskussion direkt mit den Unternehmen weiterführen wollte und zog den Antrag zurück.

Dennoch besuchte ich die Nestlé GV und es demonstrierten Leute gegen Wasserdiebstahl in Brasilien und Ungerechtigkeiten. Ich habe den Demonstranten angeregt, doch in die GV zu gehen und das Anliegen vorzutragen. Mir wurde gesagt, dass Verwaltungsrat und Geschäftsleitung und auch das Publikum eher gelangweilt auf solche Vorstösse, ich könnte es ja machen und den Brief vorlesen.

Für mich hat das irgendwie gepasst, denn ich wollte reden, hatte kein Thema und warum nicht? Die Registrierung war unkompliziert, es hat einen Platz vorne gegeben und ich habe meine Rede gehalten. Kurz, auf dem Punkt gebracht und statt einer Frage, um Prüfung des Falles gebeten.

Den Leuten hat das gefallen, ich nun sehr motiviert für weitere Auftritte. Nach meiner Rede habe ich viel mit den Helfern (oft Mitarbeiter) gesprochen, einen feinen Apéro genossen und eine stimmungsvolle Heimfahrt mit anderen Aktionären im Zug gehabt.

Die folgende Kommunikation gestaltete sich schwierig, die NGOs lieferten keine Fakten und die Diskussionen sind deswegen im Sande verlaufen. Allerdings hat sich mein Verständnis für viele Fragen erweitert.

Bei der GV 2019 hatte ich die ursprüngliche Idee der Weiterbildung wieder aufgegriffen. Ich bin sicher, dass es zielführende Gespräche geben wird. Dazu habe ich ein Lied zu Plastik geschrieben, doch das eigentliche Problem ist fehlende Bildung.
Lied zu Plastik

Meine Rede oder besser das Lied und Gedicht ist bei den meisten Aktionären gut angekommen. Vor allem ist das Thema Bildung als Lösung für viele Probleme akzeptiert. Nun möchten wir Gespräche mit den Konzern führen und auch Regierungen einbinden.