Die Glarner Kantonalbank und der Glarner Batzen

Im April 2024 möchte ich an der Generalversammlung der Glarner Kantonalbank teilnehmen. Der Glarus hatte einen kurzzeitigen Hype mit der Schaffung von Bitcoins ausgelöst, bald scheiterte dieses Geschäftsmodell.

Linthal – Zentrum der Kryptowährung

Damals, während meiner Studentenzeit konnte ich mittels Mensakarten mit Bier in der Kneipe zahlen. Schliesslich konnte jeder davon ausgehen, für die Karte eine Mahlzeit zu erhalten. Ein solcher Schuldschein wäre theoretisch möglich, um in den Glarus zusätzliche Kaufkraft zu bringen. 

Heute bestehen in der Schweiz Lunchchecks und Reka-Checks, die häufig vergünstigt abgegeben werden. Meiner Meinung nach könnten so auch zusätzliche Projekte im Glarner Land finanziert werden. 

Auf die Antwort bin ich gespannt.

UBS – der Nächste bitte

UBS GV vor St. Jakobshalle

Versehentlich wurde der Eintrag von der GV 2023 gelöscht. So versuche ich in die Vergangenheit zu schweifen, und mich fleißig zu erinnern: Auf der GV thematisierte ich das Thema Privatrechte im öffentlichen Raum. Der UBS gehört angeblich das Trafo in Baden. Dies wurde allerdings weder bestätigt noch aberkannt.

Ich trug das Lied über mein Trafotraum vor:

Ich fragte überdies, ob es denn grundsätzlich richtig sei, Menschen aus einem öffentlichen Raum zu verdrängen sowie, ob das Geld denn wichtiger sei, als der Mensch. Mein Beitrag wurde ignoriert, kein Echo kam. Dies war irgendwie gleichzusetzen wie mit «der Nächste bitte».

Die GV arbeitete ich nach, ich erhielt viel Zustimmung. Die Banker sind allerdings eine abgehobene Klasse. Ob uns diese Banker wirklich etwas nützen?

Abfuhr bei der UBS

Die UBS ist mit der Übernahme der Credit Suisse die einzige Grossbank in der Schweiz. Hauptthema; überrissene Lohnexzesse und Nachhaltigkeit. Mit meinem gesellschaftlichen Anliegen stehe ich aber auf verlorenem Posten, und auch hierzu erhielt ich leider keine Antwort. Dafür wurde das Lied von mir später im Radio gespielt: 

Öffentlicher Raum zum Zweiten;

Die Rede in Stichpunkten

Letztes Jahr erfragte ich, was wichtiger sei, «Mensch oder Geld». Dazu entstand mein aktuelles Lied:

Auf das «Frage-Antwort Thema zurückkommend;
erst auf Nachfrage antworteten sie, sie möchten sich nicht zu philosophischen Fragen äußern.

«Ist die UBS ist der wirkliche Besitzer des Trafo Versteckspiels?»
«STW Baden -> Zurimo B»
Aber lassen wir das Thema nun.

Weitere Fragen

UBS zahlt Aktionären Dividenden aus. Wie sieht diesbezügliche die gesellschaftliche Verantwortung aus… 

  • ..wenn Millionensaläre für staatliche geschützte Unternehmen bezahlt werden?
  • ..wenn sich vor Verantwortung anhand Hausverbots versteckt wird?
  • ..wenn der Fall Mosambik nicht geklärt ist?
  • ..wenn zu Krypto geschwiegen wird?
  • ..wenn die Finanzmärkte überborden und intransparent sind?
Eine Lösung?

Endlich ein Komitee aus “Menschen” statt Lotterie -Finanzexperten
zusammenzustellen, das wäre doch immerhin eine!

Wann wird ein solches Expertengremium bestehen?

Familienunternehmen – unsere Feudalherrschaft

Villa als Symbolbild für reiche Familien

Wenn es um das Konzept des Familienunternehmens geht, scheinen viele Leute davon auszugehen, dass es sich um eine ideale Situation handelt. Sie sind der Meinung, dass Familien ihre Unternehmen ohne Mitbestimmung und ohne Erbschaftssteuern weitergeben können sollten. Leider ist diese Denkweise veraltet und verkennt die Realitäten unserer modernen Welt.

Mäzenatentum hatte in der Vergangenheit seine Zeit, aber heute isrt das weitgehends vorbei.  Familien verstehen, dass ein Unternehmen mehr als Sentimentalität braucht, um erfolgreich zu sein – es gibt finanzielle und administrative Komplexitäten, die berücksichtigt werden müssen. Zum Beispiel zählt die Rendite – wenn die Gewinne bestimmte Schwellenwerte nicht erreichen, wird jedes Unternehmen kämpfen, unabhängig davon, wem es gehört oder wie viel emotionalen Wert es für die Familie hat. 

In vielen Familienunternehmen spielen Mitbestimmung der Mitarbeiter keine Rolle, bei der Demokratie zählt das Ansehen und mit Geld können Politiker gefügig gemacht werden. Nachdem jede Pflicht zur Transparenz entfällt, ist es schwierig Korruption zu analysieren. Familien treffen oft alleine Entscheidungen und verteidigen ihre Macht. 

Dies kann zu einem ungerechten Umfeld führen und die Lebensgrundlagen der Menschen gefährden, weil der Egoismus obsiegt. Darüber hinaus führt der Mangel an Konsultation dazu, dass potenzielle Chancen nicht genutzt werden, da die am stärksten vom Unternehmen Betroffenen kein Mitspracherecht bei der Führung des Unternehmens haben.

Das bedeutet nicht nur, dass die Demokratie in Familienunternehmen missachtet wird, sondern auch, dass dem Staat Geld entzogen wird. Wenn das Unternehmen weiter vererbt wird, fallen kaum Erbschaftssteuern an.  Demokratische Regierungen verzichten auf viel Geld, um Arbeitsplätze zu erhalten.

Unternehmensgründer bauen selten Genossenschaften auf, an denen sich Mitarbeiter oder Kunden beteiligen können. Oft sind es Stiftungen, die selten demokratisch oder transparent sind.   Pensionskassen werden häufig genutzt, um die Renten der Arbeitnehmer zu verwalten, und das Geld im Unternehmen einzusetzen, wieder unter Kontrolle der Familie. 

Ich rede gerne von Transparenz. Bei Familienunternehmen fehlt diese und dennoch wird diese Unternehmensform nur gelobt. Verantwortung wird weitergegeben. Doch es ist ein

 Feudalismus, der schädlich für die Demokratie ist. Reichtum beruht auf Herkunft, und kann durch den Staat nur schwer umverteilt werden. Leistung wird durch solch feudalistische Strukturen erschwert.

Bei meiner Initiative Nano-Kapitalismus diskutiere ich die weitgehende Abschaffung vom Erbe und eine Verteilung des Vermögens. So haben viele bessere Startchancen.

https://regierungsrat-aargau.ch/nano-kapitalismus

Wir können auch die Marktregeln betrachten, die eben wenig gelten.

In unserer Demokratie müssen wir Vermögensverteilung offensiv diskutieren. Vielleicht entstehen Wege, die Macht der reichen Familien zu begrenzen.  Unsere aktuellen Rahmenbedingungen für die Kontrolle von Kapital sind da ungenügend.

ABB gliedert Turbosystems aus

Podium auf der ABB HV

ABB ist für die Energietechnik ein Weltunternehmen. Es konzentriert sich immer mehr auf die Themen Elektrizität und Automation. Dort liegt immer mehr der Schwerpunkt auf Software. 

Ein Nachbar meinte, da bleibt bald nicht mehr viel übrig. So hatte ich mich für einen Redebeitrag entschlossen. Thema, die Aushöhlung, die Zukunft der Energiestadt Baden. Das mit einem Lied.

Die Antwort ist wie erwartet ausgefallen, man glaubt das Geschäft zu stärken. Zwei weitere Fragen sehen das kritisch, zum einen warum ein Unternehmen mit 25% Marge ausgliedern und zum anderen, dass Knowhow verloren geht, gerade bei Elektroladestationen, die ABB forciert. 

Fragen aus dem Publikum beleben eine Versammlung, das Management muss Stellung nehmen, auch wenn es nicht geprüft werden kann. Vor allem, wenn auf mangelnde Synergie hingewiesen wird. Oder auf die Strategie, ein schweres Thema. 

Webseite ABB

Webseite Acceleron (folgt)

Barry Callebaut – Ironie?

Barry Callebaut zählt zu den wichtigsten Kakaohändlern der Welt. Das Unternehmen verwirklicht Aktivitäten in jedem Glied der Wertschöpfungskette. Es verfügt über eine bedeutende Verarbeitung, vor allem als Outsourcing für andere Marken.

Dessen Aktie kostet über CHF 2000.-, Hauptaktionär ist die Jacobs Stiftung. Diese engagiert sich ein wenig in der Förderung von Kindern und Jugendlichen. CHF 43 Mio. kosten der Stiftung die Aufwände für Personal und Spenden, ihre Steuerersparnisse dürften wesentlich höher sein. 2019 hat die Jacobs Stiftung viele Aktien abgestoßen und dürfte darüber hinaus 1,5 Mrd. flüssige Mittel verwalten. Das Klumpenrisiko sei aber (angeblich) zu hoch.

Redner sind auf der GV nicht vorgesehen. Ich gab dennoch meine Rede ab, und das einzige Echo kam zurück als, «wir arbeiten dran.» Die Aktionäre liebten das Dessert-Buffet, sie durften davon einpacken, und nach 30 Minuten war nichts mehr davon übrig. Offenbar zeigt sich das Unternehmen immer weniger großzügig. Das Aktionärsgeschenk übergab ich der «Gwundertüte», einer Eisdiele in der Region.

Der CEO eines Unternehmens mit 12’000 Mitarbeitern hält CHF 16 Mio. für einen marktgerechten Lohn. Irgendwie wirkte all dies auf mich wie ein Hohn; für die Kleinaktionäre ein schöner Anlass, an Reden von Besuchern kein Interesse, «die stören scheinbar nur.»

Für diesmal nahm ich mir drei Jahre später, an der Generalversammlung 2022 vor, die Situation im Kongo anzusprechen, 25 Millionen Menschen sind dort schliesslich vom Hunger bedroht. Ich reichte meine Frage dazu ein, dem Verwaltungsrat – so schien mir ganz klar – blieb für eine fundierte Antwort genügend Zeit. Stattdessen vernahmen wir nur ein bisschen allgemeines Gerede über Nachhaltigkeit, keine Zahlen, keine Daten, nichts. Überdies verstanden die Teilnehmer Dank schlechter Technik hinten nichts.

Diesmal gab es auch kein Dessert-Buffet, zwei Redner beklagten sich; «der Verwaltungsrat versprach dies nächstes Jahr wieder einzuführen.» Denn die Aktionäre erachteten sich als billig abgespeist. Lediglich Kaffee, Tee, Mineralwasser, Apfelsaft und ein paar Schokolädchen, die sich die Teilnehmer fleißig rafften.

Barry Callebaut ist der grösste Kakaohändler weltweit und ein bedeutender Lieferant für Konditoren. Wie sieht es mit dessen Verantwortung aus? Für das nächste Mal an der GV werde ich wohl einen Antrag stellen und vorher den Geschäftsbericht lesen.

Nun habe ich für die GV 2023 den Geschäftsbericht durchgearbeitet und mich gefragt, wer eigentlich alles von Barry Callebaut profitiert. «Vielleicht die Aktionäre etwas zu viel?» Es sind 50% der Lohnsumme, die in die Rachen der Aktionäre fliessen. Aber die Kakaobauern leben unter prekären Umständen, während wir im Wohlstand ertrinken.

Ich habe das mit Zahlen erläutert, doch bin zu wenig ins Detail gegangen, um damit Lösungen aufzeigen zu können. Nächstes Jahr sollte ich konkrete Forderungen stellen, die für mehr Verteilungsgerechtigkeit sorgen.

Im Vorfeld habe ich die Teilnehmer mit meinen Liedern unterhalten wollen. Dazu habe ich am Stehtisch kleine Schokotafeln aufgebahrt und angeboten, während mein Tablet eine kleine Holzkiste mit vielen Schokotafeln abgedeckt hat. Das hat zu gereizten Protesten geführt. Ich habe die Schokotafeln halt dosiert verteilt, während dies einigen nicht genug gewesen ist. «Manche können den Hals nicht voll kriegen.» ;->

An der Generalversammlung ist eine Stunde lang um eine Erhöhung der Dividende gestritten worden; dies, um einen Ausgleich für den stark gefallenen Aktienkurs zu erzielen: «Um den Unternehmenswert zu steigern, sollte das Geld im Unternehmen arbeiten.» Der Antrag wurde allerdings haushoch abgelehnt. Zumindest eine prall gefüllte Tasche mit Schokolade und Backmitteln haben die anwesenden Aktionäre bekommen. 

ABB GV – Profiteure?

Die ABB hat die Stromnetzsparte an «Hitachi» veräussert. Auf der Generalversammlung möchte ich das Thema «Profiteure» ansprechen. Vor allem geht es mir um Mitarbeitende. Sobald ein Geschäftsbereich abgestossen wird, führt das immer zur Umstrukturierung und oft zum Stellenabbau. Niemand ist gerne arbeitslos. Deswegen wagen zig Menschen den Schritt in die Selbständigkeit und geben letztendlich ihr Pensionskassenvermögen auf.

Mir ist dieser konkrete Fall bekannt: Nun gibt es zwei Rentnerinnen, die zerstritten und trotz langer Berufstätigkeit von Ergänzungsleistungen abhängig sind. Zur Unterstützung werden hier keine Auffanggesellschaften für ehemalige Mitarbeitende oder noch besser, keinerlei Neugründungen in Begleitung solcher ehemaligen Mitarbeitenden praktiziert, wenn diese noch nicht ihr Rentenalter erreicht haben oder weiterhin berufstätig sein mögen. Es wird hier vollumfänglich auf die Flexibilität von Mitarbeitenden gesetzt. Doch gerade im Alter gestaltet ich so etwas schwierig und bedeutet meist einen Rückschritt.

Warum sollen  lediglich Aktionäre und die Geschäftsleitung von Verkäufen profitieren? Welche Möglichkeiten gibt es besonders zu Gunsten gekündigter, älterer Mitarbeitenden das Knowhow in der Region zu halten und auszubauen? Politiker von Verwaltungsräten, vertreten meist die Unternehmensseite und führen kaum darüber hinaus Diskussionen .

Wieder habe ich ein Lied verfasst, passend auch, dass die Generalversammlung auf den Tag der Arbeit folgt;
www.zurfluh.de/arbeiten

Mein folgendes Gedicht, welche die Fragestellungen verpacken. Herr Voser hat das Thema souverän behandelt, den Weiterbildungsfaktor und die gesellschaftliche Verantwortung skizziert. Es ist «Wasser auf die Mühlen» meiner Weiterbildungspläne für Afrika.

Aktionäre vom Verkauf profitieren
vielleicht die Arbeiter verlieren
Sichern wir faire Chancen
für zukünftige Job-Allianzen
Damit das Wissen bleibt bestehen
wir hier neue Techniken sehen
Die Schlüsseltechnologie ist Energie
vergessen wir das nie
Lassen wir Angestellte eine Firma gründen
statt Sie nur zu schinden

Credit Suisse GV Transparenz

Von der Credit Suisse wollen wir an der Generalversammlung 2018 wissen, wie es mit Anlageprodukten aussieht, welche den Kunden verkauft werden.

Zum Thema folgende Problemstellungen im Rückblick:

Werden die Produkte nicht unnötig kompliziert, wer prüft die Risiken, wer entscheidet über die Aufnahme ins Portfolio, und versteht diese der Kunde wirklich? Strukturierte Anlageprodukte habe ich immer als äusserst verwirrend empfunden.

Ich denke, es ist an der Zeit Dinge wieder einfacher und leichter verständlich zu konzipieren. Damit werden schliesslich Risiken minimiert, denn Produkte können so einfacher überprüft und erklärt werden. Aus einem Buch von Robert Misik hatte ich erfahren müssen, dass für die Bankprodukte keinerlei externe Kontrolle besteht.

An der GV gestaltete ich einen Vortrag mit dem Lied «Auf zur Bank». Die Gitarre wurde nicht erlaubt, ich musste also singen. Dafür konnten sich die Zuhörer vermehrt auf den Text konzentrieren, die letzte Strophe trug ich nicht vor; sie finden Sie auf meiner Webseite, (es gibt drei Versionen).
www.zurfluh.de

Ich stellte Fragen nach Verständlichkeit, Transparenz und externer Kontrolle ihrer Anlageprodukte, die uns sehr allgemein beantwortet wurden. Zum Punkt «externe Kontrolle» musste ich mangels Antwort nachhaken, Urs Rohner meinte, es gebe keine externe Kontrolle.

Das wäre doch eine Chance, um NGO Banken zu zertifizieren, wie dies auch bei Fairtrade Produkten der Fall ist. Viele Geschäfte, gerade für Grossunternehmen, werden durch Banken ermöglicht. Das könnte auch den Banken helfen Risiken zu minimieren.

Es boten sich gute Redner zur Vergütung und verantwortungsvollen Geschäftspolitik an. Der letzte Redner traute sich sogar die Aktionäre zu bitten statt abzustimmen den Saal zu verlassen und so den Unmut über die riesigen Managerbezüge zu äussern. 1178 Aktionäre vertraten lediglich 1% der Stimmen. Wenn alle aufgestanden wären und den Saal verlassen hätten, wäre dies ein starkes Zeichen gewesen. Jedoch stimmten nur ich und der Redner «unserer Füsse bedienend» ab, indem wir beide aus dem Saal spazierten.

2019 entwarf ich ein Lied zu Mosambik. Am Ende suchte ich auch hier eine Möglichkeit die «Bildung» zu fördern. Alfred Escher hatte mit Gründung der Schweizer Kreditanstalt den Wohlstand initiiert; hier mein Redebeitrag und die folgenden Details an die «Investor-Relations»;
Credit Suisse -> Credit Mosambik?

Generalversammlungen sind ein Mittel demokratischer Kontrolle. Auch wenn gilt, «wer zahlt, befiehlt.» Wir leben jedoch in Demokratien, worin Mehrheiten entscheiden. Daher ist eine verantwortungsvolle Unternehmensführung sowie ihre Akzeptanz in der Gesellschaft wichtig. Wie sich die Wirtschaftsdemokratie entwickeln wird, wissen wir nicht, es bleibt zu hoffen übrig, dass Generalversammlungen transparenter daherkommen, und hier eine Unternehmensführung ehrlich informiert. Diesen Eindruck hatte ich von der Credit Suisse nicht gerade.

Zwar über Klima, Mosambik und Abzocker wurde mehrmals debattiert, die Anzahl Voten kritisierten ihre Teilnehmer hingegen. Immerhin sollten die Buffets rechtzeitig eröffnet werden, denn für manche Aktionäre ist eben auch ein köstliches Essen von Bedeutung, um die Lust am angeregten Diskutieren zu steigern.

Die Generalversammlung war sehr gut organisiert, ihre Mitarbeiter zeigten sich wirklich engagiert, und ich konnte zahlreiche konstruktive Gespräche führen. Gerne komme ich wieder an die Generalversammlung der Credit Suisse.

Schmolz & Bickenbach GV Verantwortung

«Schmolz & Bickenbach» hatte einst die «Von Moos Stahl» in Emmenbrücke, Kanton Luzern übernommen und ihren Hauptsitz anscheinend nach Luzern verlegt. Der Kanton Luzern hatte im Steuerwettbewerb die günstigsten Gewinnsteuern für Kapitalgesellschaften ausgewiesen.

Vor Jahren hatte ich noch auf möglichst hohe Steuervorteile für Unternehmen geachtet. Mittlerweile änderte sich meine Meinung, Unternehmen sollten genauso wie Privatpersonen zu den staatlichen Kosten beitragen, zumal diese immer weniger Mitarbeiter beschäftigen.

Letztes Jahr beabsichtigte der Kanton wegen fehlender Finanzmittel die Krankenkassen-Unterstützung, die sogenannte Prämienverbilligung zu beseitigen. Doch viele Familien können sich keine vollen Krankenkassenprämien leisten und sind um das Einspringen des Staates froh. Nach langem Hin und Her wurde diese Lösung der Prämienverbilligung gefunden. Doch wie lange kann ein Staat auf welche Weisen sparen?

Auf unsere Anfrage hin haben wir vom Verwaltungsrat von Schmolz & Bickenbach Edwin Eichler eine ausweichende Antwort bekommen. Er hat darauf hingewiesen, dass die Bürger die Steuern demokratisch beeinflussen können, und Unternehmen dies akzeptieren. Kein Wort hingegen, dass immer nach Steueroptimierungen gesucht wird und auch keinerlei Meinung zur Frage, ob es denn richtig sei, dass Privatpersonen mittlerweile prozentual höher belastet sind als Unternehmen. Dies vor allem, indem Sozialversicherungen deren Unterhaltskosten berücksichtigen.

Für das nächste Jahr haben wir schon unser Hauptthema ergattern können. Obwohl sich der Verwaltungsrat von Schmolz & Bickenbach von sieben auf sechs Personen verkleinerte, bleibt dessen Vergütung in gleicher Höhe (von ca. CH 4 Mio). Niemand hat dies erwähnt, und indirekt damit auch nicht bekannt gegeben, dass somit eine Lohnerhöhung erfolgt,. Das sehe ich insofern als verlogen, wonach doch das Unternehmen ein riesiges Sparprogramm verfolgt.

Folgende kurze Rede habe ich 2019 an der Generalversammlung von Schmolz und Bickenbach über das Jahr 2019 gehalten. Diese Ansprache auf die erste Strophe samt Refrain von meinen Lied «Anstand» hin:
www.zurfluh.de/anstand

Still hat der Verwaltungsrat den Lohn erhöht
weil das einfach so geht
Die Vergütung von 7 auf 6 blieb gleich
und machte jeden Verwaltungsrat reich
bei den Arbeitern wird rationalisiert
und der Aktionär langfristig profitiert
Gerechtigkeit – wo ist der Sinn
biegen wir das wieder hin
nächstes Jahr die Arbeit günstiger verrichten
das bezwecke ich nicht mit dem Dichten

In der Antwort hat man ausgeführt, dass seinerzeit über den Maximalbetrag abgestimmt wurde. Im Geschäftsjahr 2018 sei dieser nicht ausgeschöpft worden. Die Aktionäre profitierten nicht, der Aktienkurs blieb tief, und es wurde keine Dividende bezahlt.
Jedoch leidet der Konzern immer noch an einer Akquise-Strategie von Werken, die nicht ins Unternehmen passten und überbezahlt waren. Stattdessen profitierten die Arbeitnehmer, mit mehr Stellen und in den meisten Fällen einer Lohnerhöhung. «Nur, mit Arbeitnehmern des Konzern hat auf der GV kein Dialog stattgefunden, deren Ansichten selten gehört werden.»

Nestlé GV – ein Dialog beginnt

Zur Nestlé GV 2018 wollte ich ursprünglich jenen Antrag stellen 1% von dessen Gewinn für Schulungen in Afrika einzusetzen. Nachdem ich die bisherigen Anstrengungen, Ergebnisse und Tipps der Entwicklungsarbeit eingelesen hatte, wählte ich die Option der Weiterbildung. Nestlé stellte ich meinen Antrag im Vorfeld zu, worauf in einem zweiseitigen, persönlichen Brief Nestles Bildungsunterstützung aufgezeigt wurde. Daher mochte ich die Diskussion darüber direkt mit dem Unternehmen weiterführen und zog den Antrag zurück. Denn auf diesen wäre wie eben bisher lediglich noch mehr Schriftliches oder Vorgefertigtes erfolgt.

Dennoch besuchte ich die Nestlé GV. Es demonstrierten derweil Leute gegen Wasserdiebstahl in Brasilien und gegen andere Ungerechtigkeiten von Nestlé vor dem Gebäude. Ich regte einen Demonstranten an doch an die GV zu gehen und sein Anliegen vorzutragen. Mir kam dabei zu Ohren, dass Verwaltungsrat, Geschäftsleitung und auch deren Publikum eher gelangweilt auf solche Vorstöße reagierten; ich könnte es ja machen und den Brief vorlesen.

Für mich passte der Tipp irgendwie. Denn ich trachtete danach zu reden, hatte kein wirkliches Thema in der Tasche und; «warum nicht?» Die Registrierung war unkompliziert, es stand vorne ein Platz bereit, und ich hielt meine Rede. Das Anliegen kurz auf den Punkt gebracht, und statt einer Frage bat ich um Prüfung des Falles.

Den Leuten gefiel es, das motivierte mich nun sehr für weitere Auftritte. Nach meiner Rede sprach ich oft mit den Helfern (oft Mitarbeiter), genoss einen feinen Apéro und im Zug eine stimmungsvolle Heimfahrt mit anderen Aktionären.

Die darauffolgende Kommunikation gestaltete sich hingegen schwierig, die NGOs lieferten keine Fakten, und weitere Diskussionen verliefen deswegen im Sande. Allerdings erweiterte sich mein Verständnis bezüglich vieler Fragen.

Für die GV 2019 schließlich habe ich meine ursprüngliche Idee der Weiterbildung wieder aufgegriffen. Ich bin sicher, dass es darauf zielführende Gespräche geben wird. Dazu habe ich ein Lied zu Plastik geschrieben, doch das eigentliche Problem ist fehlende Schulung.
Lied zu Plastik

>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
Nun ist auch schon die GV 2019 vorüber.
Meine Rede, oder besser das Lied und Gedicht ist bei den meisten Aktionären gut angekommen. Insbesondere das Thema Schulungen (Bildung), als Lösungsansatz vielerlei Probleme, ist weitgehend akzeptiert worden. Jetzt möchten wir mit dem Konzern Gespräche führen und hierbei auch Regierungen einbinden.

Nestlé empfing mich einmal in Vevey und erklärte mir dort das Modell des Sharing, dass eben Nestlé mit allen fair teile. Ich hatte ein Lied, «Wahrheit», vorbereitet.

Später wurden meine E-Mails nicht mehr beantwortet. Zur GV 2023, die wieder mit Anwesenheit der Aktionäre stattfindet, hatte ich folgenden Diskussionsbeitrag vorbereitet.

Diskussionsbeitrag GV Nestlé 20. April 2023
Werbekampagne mit afrikanischen Kakaobauern

Afrikanische Kakaobauern erhalten ein tiefes Einkommen, und diese Länder benötigen dringend Geld. Nestlé trägt zur Wertschöpfung bei. Vielleicht etwas mehr?

Mit George Clooney, «Nespresso what else», wurde eine fantastische Werbekampagne kreiert, deren Früchte wir als Aktionäre heute noch geniessen können.

Ich bat die entsprechenden Werbestrategen um eine Aktion, die den Kakaobauern sowohl als Erzeuger als auch als Promoter zugutekommt.

Die Antwort des Verwaltungsrates enttäuschte mich: Lediglich Allgemeinplätze, wie diese im Geschäftsbericht stehen, wie beispielsweise «die Bildungsgutscheine» erwähnte er. Per E-Mail fasste ich nach, Paul Bulcke beantwortete diese prompt:

Besten Dank für das freundliche Feedback und Ihre kreativen Vorschläge anlässlich unserer Generalversammlung. Wie Sie wissen, ist Afrika auch uns ein besonderes Anliegen. Gleichzeitig arbeitet unser Marketingteam seit einiger Zeit daran, unsere “Nachhaltigkeitsargumente” besser in unsere Marken zu integrieren und den Konsumenten noch klarer zu kommunizieren. Ihre Vorschläge rennen da offene Türen ein. Ich habe Ihren Vorschlag intern weitergeleitet.

Die Antwort zeigt eine sehr zentrierte Sicht auf Nestlé; dennoch besteht dank der Teilnahme an der Generalversammlung ein Dialog.

Diskussionsbeitrag GV Nestlé 20. April 2023
Nestlé nimmt seine Aktionäre teilweise ernst

Dieses Jahr habe ich erneut einen Beitrag an die Generalversammlung gerichtet.

Hier als Stichworte das Kernanliegen meines Beitrags:

  • Werte für Stakeholder schaffen
  • im Folgenden zuerst einmal ein Lied: Sozialkapital.
    Weitere Stichworte des Kernanliegens nach dem Lied;

  • Nestlé zahlt Dividenden für Aktionäre
  • Löhne für Mitarbeiter 
  • kauft bei Lieferanten ein 
  • zahlt Steuern, sogar mehr als in der OECD Richtlinie vorgegeben.
  • Alle Beteiligten sollten in Unternehmensentscheide einbezogen werden. Aktuell tun dies Kapitaleigner und am anderen Ende Großaktionäre.
  • Der Wunsch zur erhöhten Einflussnahme aus der Gesellschaft sowie zur Bildung von transparent agierenden Expertengremien zeichnet sich deutlich ab.

Frage, die im Vorfeld an Nestle gerichtet ist: 

Welche Expertengremien existieren bei Nestlé, und sollte der Einfluss von Großaktionären geschmälert werden?

Die entsprechenden Antworten darauf habe ich genauer betrachtet:

Nespresso Sustainability Advisory Board,
gegründet 2013, einmal jährlich für Nespresso promotend, George Clooney, 20 Experten, VIPs -> PR Show -> nur auf der Webseite von Nespresso ist dies ersichtlich.

Scientific Advisory Board: Scientific Advisory Comittee
Health Division: Dazu keine Auskunft zu Mitgliedern -> Was für Aktionen sind hiermit gemeint?

Forest Positive Expert Advisory Council
Auszeichnung: 2024, bei Forest 500 beste Leistung für Wiederaufforstung ->Peru puro

Cocoa Income Accelerator; 
begrenzte Info; ab 2024 Ghana, nur Elfenbeinküste: Strukturen dafür werden nicht hinterfragt.

Die Frage:
Neues Gremium durch Lostrommellösung (Urne)?

Nestlé hat meine Anliegen bereits im Vorfeld beantwortet. Daraufhin habe ich die Rede daher mit Beispielen unterlegen können. Auf der GV eine habe ich eine nur leicht zutreffende oder eine der Frage nur leicht entsprechende Antwort erhalten. Was wird in den Gremien entschieden, warum liest man nichts davon in der Presse?

Stattdessen: George Clooney setzt sich gegen Ungerechtigkeit ein, und Nestlé möchte mit der Gesellschaft so viel wie möglich teilen. Konkrete Fakten fehlen dazu allerdings. Auf die Idee, Plätze für ein Beratungsgremium zu verlosen, ist nicht eingegangen worden.

Die Aktionäre haben sich auf den anschließenden Apéro gefreut. Nestlé hat erlesene Weine serviert, das Essen ramponiert hingegen ihren Ruf. Schade finde ich auch, dass immer weniger Mitarbeitende an der GV mitwirken sowie Security und Service externen Firmen ausgegliedert werden. 

Immer ist es für mich ein schönes Erlebnis, den Nachwuchs von Nestlé zu treffen. Überdies haben am Apéro Mitarbeitende von Nestlé mit den Aktionären gesprochen.