DHL – Verhinderer von Kundenreklamationen

DHL Kundenreklamationen?

Logistikunternehmen, wie die DHL arbeiten mit immer kleineren Margen auf Kosten Ihrer Kurierfahrer. Die Dienstleistung ist perfide industrialisiert und kein Mitarbeiter am Kunden interessiert.

Im Oktober 2017 erwartete ich eine dringende Sendung, die an einem Freitag abgesandt wurde. Während des Wochenende wurde auf mein Anliegen nicht eingegangen. Am Montag, als ich die Ankunft der Sendung brauchte, weil ich einen Tag später eine Reise begleiten sollte, wurden meine Nachfragen schroff abgelehnt. Dies, weil ich nicht als Empfänger notiert war.

Später dann doch die Identitätsregistrierung. Es war aber schon zu spät, musste ich dann auch noch die Sendung umleiten und dafür einen hohen Zeitaufwand und weitere Kosten in Kauf nehmen. DHL fühlte sich nicht verpflichtet Schadensersatz zu gewährleisten und ignorierte die Korrespondenz dazu. Zwei Versuche für eine Betreibung gegen die DHL konnten trotz der Korrespondenz mit dem Unternehmen nicht zugestellt werden. Erst eine Betreibungsbeamtin vermochte mir schliesslich zu helfen.

Das Unternehmen zeigte sich als überheblich. Im Schlichtungsprozess unternahm es keinen Versuch den Fall zu klären. Es zählten die AGBs, DHL sollte die Hälfte meines Kostenaufwandes übernehmen. Diesen Schlichtungsprozess empfand ich als Farce, für die Prüfung des Falles wurde mir eine Rechnung über CHF 300,- gestellt.

Der Widerstand gegen die DHL sollte weitergehen. Schliesslich geht es mir darum, dass sich ihre Mitarbeiter wieder engagieren können und möchten. Jegliches persönliche Engagement wird meiner Meinung nach durch den Konzern  unterdrückt. Die Kunden zählen nicht, nur optimierte Prozesse und günstige Kosten.

Es stellte sich als Kampf gegen Windmühlen heraus, Rechtsverletzungen werden anscheinend gedeckt und vielleicht braucht es die EU für die Durchsetzung von Kundenrechten. Doch ändert dies wirklich was? Es ist nicht besser, wenn Bürger direkt Konzerne angreifen?

Glücklicherweise hat DHL gleich wieder eine Sendung verschlampt. Ich bin nochmals auf Konfrontation gegangen. Der Schlichtungsrichter hatte wiederum festgestellt, dass der Sendungsaufgeber Vertragspartner von DHL ist. Man hat jedoch den Schadensersatz zu 70% akzeptiert und mich gebeten das Gericht nicht mehr anzurufen, sondern den Geschäftspartner diesen Part zu überlassen. Den Vergleich finden Sie hier:
DHL-Entscheid vom Zivilgericht Basel

Freilich überlassen wir Ihnen Ihr ganz persönliches Fazit der Geschichte ausgesprochen gerne, Ihnen und nur Ihnen!
Meine Redakteurin beispielsweise folgert daraus; elementar sei seiner Wut erstmal freien Lauf zu lassen. Für sich alleine, falls diese sich nicht in Grenzen halte. Manchmal auch körperlich, was einen bewege an die Oberfläche tragen. Aber erst dann das Gespräch mit den Betroffenen suchen, sofern Kraftausdrücke und verbale Gewalt einmal verschwunden seien. Also unbedingt miteinander darüber reden, denn irgendeinmal sei die Kontrolle über ein Anstandsminimum zurückgekehrt. In jedem Fall lernten alle im Austausch durch wirklich individuellen Mut zur Aussprache meistens dazu. Auch welche, die den Ton vor Ort angeben und bestimmen, wie die Produkte auf Reisen gehen.

Auch deshalb nennt sich meine Seite rede.reisen. Es ist ein Prozess – Entwicklungsprozesse spielen sich immerzu im lebendigen Geschehen ab.

Google – warum soviel Macht bei wenigen

Google und dessen Mutterkonzern «Alphabet» gehören heute zu den mächtigsten Unternehmen der Welt. Sie haben ein Monopol für die Suche im Internet aufgebaut. Heute scheint ihr wichtigstes Ziel möglichst hohe Werbeeinahmen zu erzielen auszumachen.

Bei den Suchergebnissen gilt das Auktionsgebot. Wer am meisten zahlt erscheint mit seiner Werbeanzeige. Jeder Klick kostet in diesem entfesselten Wettbewerb. Keine qualitativen Niveaus, sondern finanzielle Ressourcen zählen.

So gibt es beispielsweise mindestens 20 Visadienste in der Schweiz. Unternehmen, die lange im Geschäft sind oder Startups mit potenten Investoren werden leicht gefunden. Eine Lisa Muster, die sich einen Nebenerwerb aufbauen möchte, fällt hingegen raus. So kann sie ihre Einkünfte kaum zügig erzielen.

Selbst von einigen afrikanischen Länder, wo kaum Wettbewerb existiert, fordert Google hohe Mindestangebote. In der organischen Suche gefunden zu werden ist noch schwieriger. Auch hier sind Unternehmen im Vorteil, deren Webseiten bereits geklickt wurden. Denn Google wertet Benutzererfahrungen aus.

Hinzu kommt, dass Google die Beratung seiner Werbung ausgelagert hat. Es gibt so kaum effiziente Hilfestellung, lediglich Kurse und Foren, beides meist online. Also investiert man gezwungenermassen auch hier in verschiedene Mehraufwände. Generell verfechtet Google alles, auf dass Mitarbeiter nicht persönlich mit Kunden sprechen. Schon ein Telefonanruf macht die Ausnahme aus. Denn Fragen werden meistens über Foren diskutiert.

Die Informationspolitik ist lückenhaft. Zudem, obwohl viele Benutzer von Google auf Foren von Business, Google+ oder Google Maps kommunizieren, wirkt sich der Einfluss dieser Benutzer minimal aus. Facebook, Twitter und Amazon verfahren ähnlich. Daten werden sich unter den Nagel gerissen, wofür wir die Plattformen kostenlos nutzen und Monopole schaffen dürfen.

Es ist an der Zeit diese Unternehmen unter demokratische Kontrolle zu stellen. Eine Verstaatlichung ist vielleicht der einzige Weg dazu. Denn beispielsweise eine genossenschaftliche Form scheint hierfür heute ein Unding zu sein. Aber die riesigen Internet- und Computerunternehmen werden andauernd mächtiger.

Ich finde den Google Kartendienst und viele Google-Programme sehr nützlich. Doch wenn Google ein Unternehmen für Menschen wäre, so hätten dessen Informationen weitaus mehr Wert, und zwar für alle. Vor allem würden sich mehr Menschen daran beteiligen und könnten Einfluss nehmen.

Momentan geschieht das Gegenteil. Daher habe ich einen Beitrag verfasst, worin ich die Meinung vertrete, dass von Google aus mittlerweile Algorithmen weitaus mehr bestimmen, als die meisten wahrhaben mögen.
Hier geht’s zu meinen Artikel: Hilfe, Algorithmen entscheiden

Wie es weitergeht, wird die Zeit enthüllen. Ich fände es gut, wenn noch mehr Menschen eigene Webauftritte entwickeln und sich persönlich und lokal besser vernetzen.

Solidaritätstag im Aarau

Gewerkschaften, die Juso und SP aus dem Kanton Aargau veranstalteten im Arbeiter-Strandbad Tennwil einen Solidaritätstag.

Unter dem Motto, einen netten Tag am See zu verbringen, miteinander zu plaudern, fein zu essen, mit eigener Familie zu geniessen und etwas für die politische Bildung zu tun, fanden sich Bürger sowie auswärtige Gäste ein. Genau so empfanden wir den Anlass auch. Wir fuhren nach Tennwil, um die Reden von Tamara Funiciello, Präsidentin der Juso und von Gregor Gysi, Präsident der europäischen Linken zu hören.

In ihrer Rede prangerte Frau Funiciello die Zustände unserer Empfangskultur stark an und verdeutlichte das Flüchtlingsproblem auf eine polemische Art, indem sie verschiedene Namen nannte, deren Träger ungeheuer kämpften. Bei einer Selbstreflexion gestand ich mir schliesslich in vielerlei Fragen Feigheit ein.
Redeabdruck von Tamara Funiciello

Auf eine leicht ironische Weise schilderte Gregor Gysi seine politischen Erfahrungen in Deutschland. Er meinte, dass Europa eine Enklave benötigt, und dies sollte die Schweiz sein. Gleichzeitig zeigte er auf, weshalb die Linke international ausgerichtet sein sollte. Eine Aussage die mir noch lange in Erinnerung bleiben sollte, war, um Armen zu helfen, dürfe man nichts von den eigenen Armen nehmen. Wir haben das Redeskript hier, um seine Gedanken besser nachzuvollziehen;
Rede Gregor Gysi Manuskript zum Download

Der Konflikt zu den Reichen zieht sich durch die Politik der Linken. Ein Kampf obliegt ihnen, dennoch sollten wir aufeinander zugehen. Auch Reichen müsste klar werden, dass Solidarität zwischen Reich und Arm sowie Umverteilung allen hilft. Es braucht die Demokratie, auch in der Wirtschaft, aber auch mehr Fantasie und Engagement aller Bürger. Vor allem ist es fahrlässig dem Grossteil der Menschen jeglichen Einfluss abzusprechen.

Credit Suisse GV Transparenz

Von der Credit Suisse wollen wir an der Generalversammlung 2018 wissen, wie es mit Anlageprodukten aussieht, welche den Kunden verkauft werden.

Zum Thema folgende Problemstellungen im Rückblick:

Werden die Produkte nicht unnötig kompliziert, wer prüft die Risiken, wer entscheidet über die Aufnahme ins Portfolio, und versteht diese der Kunde wirklich? Strukturierte Anlageprodukte habe ich immer als äusserst verwirrend empfunden.

Ich denke, es ist an der Zeit Dinge wieder einfacher und leichter verständlich zu konzipieren. Damit werden schliesslich Risiken minimiert, denn Produkte können so einfacher überprüft und erklärt werden. Aus einem Buch von Robert Misik hatte ich erfahren müssen, dass für die Bankprodukte keinerlei externe Kontrolle besteht.

An der GV gestaltete ich einen Vortrag mit dem Lied «Auf zur Bank». Die Gitarre wurde nicht erlaubt, ich musste also singen. Dafür konnten sich die Zuhörer vermehrt auf den Text konzentrieren, die letzte Strophe trug ich nicht vor; sie finden Sie auf meiner Webseite, (es gibt drei Versionen).
www.zurfluh.de

Ich stellte Fragen nach Verständlichkeit, Transparenz und externer Kontrolle ihrer Anlageprodukte, die uns sehr allgemein beantwortet wurden. Zum Punkt «externe Kontrolle» musste ich mangels Antwort nachhaken, Urs Rohner meinte, es gebe keine externe Kontrolle.

Das wäre doch eine Chance, um NGO Banken zu zertifizieren, wie dies auch bei Fairtrade Produkten der Fall ist. Viele Geschäfte, gerade für Grossunternehmen, werden durch Banken ermöglicht. Das könnte auch den Banken helfen Risiken zu minimieren.

Es boten sich gute Redner zur Vergütung und verantwortungsvollen Geschäftspolitik an. Der letzte Redner traute sich sogar die Aktionäre zu bitten statt abzustimmen den Saal zu verlassen und so den Unmut über die riesigen Managerbezüge zu äussern. 1178 Aktionäre vertraten lediglich 1% der Stimmen. Wenn alle aufgestanden wären und den Saal verlassen hätten, wäre dies ein starkes Zeichen gewesen. Jedoch stimmten nur ich und der Redner «unserer Füsse bedienend» ab, indem wir beide aus dem Saal spazierten.

2019 entwarf ich ein Lied zu Mosambik. Am Ende suchte ich auch hier eine Möglichkeit die «Bildung» zu fördern. Alfred Escher hatte mit Gründung der Schweizer Kreditanstalt den Wohlstand initiiert; hier mein Redebeitrag und die folgenden Details an die «Investor-Relations»;
Credit Suisse -> Credit Mosambik?

Generalversammlungen sind ein Mittel demokratischer Kontrolle. Auch wenn gilt, «wer zahlt, befiehlt.» Wir leben jedoch in Demokratien, worin Mehrheiten entscheiden. Daher ist eine verantwortungsvolle Unternehmensführung sowie ihre Akzeptanz in der Gesellschaft wichtig. Wie sich die Wirtschaftsdemokratie entwickeln wird, wissen wir nicht, es bleibt zu hoffen übrig, dass Generalversammlungen transparenter daherkommen, und hier eine Unternehmensführung ehrlich informiert. Diesen Eindruck hatte ich von der Credit Suisse nicht gerade.

Zwar über Klima, Mosambik und Abzocker wurde mehrmals debattiert, die Anzahl Voten kritisierten ihre Teilnehmer hingegen. Immerhin sollten die Buffets rechtzeitig eröffnet werden, denn für manche Aktionäre ist eben auch ein köstliches Essen von Bedeutung, um die Lust am angeregten Diskutieren zu steigern.

Die Generalversammlung war sehr gut organisiert, ihre Mitarbeiter zeigten sich wirklich engagiert, und ich konnte zahlreiche konstruktive Gespräche führen. Gerne komme ich wieder an die Generalversammlung der Credit Suisse.

Die Credit Suisse ist Geschichte, die stolze Bank von der UBS geschluckt. Ob da alles mit rechten Dingen zugegangen ist? Vom Management ausgeplündert und der ehemalige CEO möchte Präsident der Elfenbeinküste werden

Das Debakel mit Mosambik vergessen, interessiert die UBS nicht. Die Reichen dürfen sich gnadenlos bereichern. Die Schweiz hat nur noch eine Grossbank, das aktuelle Geschäftsmodell der Banken wird nicht hinterfragt. Es geht nur noch um Spekulation. Unser Kampf geht weiter

Schmolz & Bickenbach GV Verantwortung

«Schmolz & Bickenbach» hatte einst die «Von Moos Stahl» in Emmenbrücke, Kanton Luzern übernommen und ihren Hauptsitz anscheinend nach Luzern verlegt. Der Kanton Luzern hatte im Steuerwettbewerb die günstigsten Gewinnsteuern für Kapitalgesellschaften ausgewiesen.

Vor Jahren hatte ich noch auf möglichst hohe Steuervorteile für Unternehmen geachtet. Mittlerweile änderte sich meine Meinung, Unternehmen sollten genauso wie Privatpersonen zu den staatlichen Kosten beitragen, zumal diese immer weniger Mitarbeiter beschäftigen.

Letztes Jahr beabsichtigte der Kanton wegen fehlender Finanzmittel die Krankenkassen-Unterstützung, die sogenannte Prämienverbilligung zu beseitigen. Doch viele Familien können sich keine vollen Krankenkassenprämien leisten und sind um das Einspringen des Staates froh. Nach langem Hin und Her wurde diese Lösung der Prämienverbilligung gefunden. Doch wie lange kann ein Staat auf welche Weisen sparen?

Auf unsere Anfrage hin haben wir vom Verwaltungsrat von Schmolz & Bickenbach Edwin Eichler eine ausweichende Antwort bekommen. Er hat darauf hingewiesen, dass die Bürger die Steuern demokratisch beeinflussen können, und Unternehmen dies akzeptieren. Kein Wort hingegen, dass immer nach Steueroptimierungen gesucht wird und auch keinerlei Meinung zur Frage, ob es denn richtig sei, dass Privatpersonen mittlerweile prozentual höher belastet sind als Unternehmen. Dies vor allem, indem Sozialversicherungen deren Unterhaltskosten berücksichtigen.

Für das nächste Jahr haben wir schon unser Hauptthema ergattern können. Obwohl sich der Verwaltungsrat von Schmolz & Bickenbach von sieben auf sechs Personen verkleinerte, bleibt dessen Vergütung in gleicher Höhe (von ca. CH 4 Mio). Niemand hat dies erwähnt, und indirekt damit auch nicht bekannt gegeben, dass somit eine Lohnerhöhung erfolgt,. Das sehe ich insofern als verlogen, wonach doch das Unternehmen ein riesiges Sparprogramm verfolgt.

Folgende kurze Rede habe ich 2019 an der Generalversammlung von Schmolz und Bickenbach über das Jahr 2019 gehalten. Diese Ansprache auf die erste Strophe samt Refrain von meinen Lied «Anstand» hin:
www.zurfluh.de/anstand

Still hat der Verwaltungsrat den Lohn erhöht
weil das einfach so geht
Die Vergütung von 7 auf 6 blieb gleich
und machte jeden Verwaltungsrat reich
bei den Arbeitern wird rationalisiert
und der Aktionär langfristig profitiert
Gerechtigkeit – wo ist der Sinn
biegen wir das wieder hin
nächstes Jahr die Arbeit günstiger verrichten
das bezwecke ich nicht mit dem Dichten

In der Antwort hat man ausgeführt, dass seinerzeit über den Maximalbetrag abgestimmt wurde. Im Geschäftsjahr 2018 sei dieser nicht ausgeschöpft worden. Die Aktionäre profitierten nicht, der Aktienkurs blieb tief, und es wurde keine Dividende bezahlt.
Jedoch leidet der Konzern immer noch an einer Akquise-Strategie von Werken, die nicht ins Unternehmen passten und überbezahlt waren. Stattdessen profitierten die Arbeitnehmer, mit mehr Stellen und in den meisten Fällen einer Lohnerhöhung. «Nur, mit Arbeitnehmern des Konzern hat auf der GV kein Dialog stattgefunden, deren Ansichten selten gehört werden.»

Nestlé GV – ein Dialog beginnt

GV 2018

Zur Nestlé GV 2018 wollte ich ursprünglich jenen Antrag stellen 1% von dessen Gewinn für Schulungen in Afrika einzusetzen. Nachdem ich die bisherigen Anstrengungen, Ergebnisse und Tipps der Entwicklungsarbeit eingelesen hatte, wählte ich die Option der Weiterbildung. Nestlé stellte ich meinen Antrag im Vorfeld zu, worauf in einem zweiseitigen, persönlichen Brief Nestles Bildungsunterstützung aufgezeigt wurde. Daher mochte ich die Diskussion darüber direkt mit dem Unternehmen weiterführen und zog den Antrag zurück. Denn auf diesen wäre wie eben bisher lediglich noch mehr Schriftliches oder Vorgefertigtes erfolgt.

Dennoch besuchte ich die Nestlé GV. Es demonstrierten derweil Leute gegen Wasserdiebstahl in Brasilien und gegen andere Ungerechtigkeiten von Nestlé vor dem Gebäude. Ich regte einen Demonstranten an doch an die GV zu gehen und sein Anliegen vorzutragen. Mir kam dabei zu Ohren, dass Verwaltungsrat, Geschäftsleitung und auch deren Publikum eher gelangweilt auf solche Vorstöße reagierten; ich könnte es ja machen und den Brief vorlesen.

Für mich passte der Tipp irgendwie. Denn ich trachtete danach zu reden, hatte kein wirkliches Thema in der Tasche und; «warum nicht?» Die Registrierung war unkompliziert, es stand vorne ein Platz bereit, und ich hielt meine Rede. Das Anliegen kurz auf den Punkt gebracht, und statt einer Frage bat ich um Prüfung des Falles.

Den Leuten gefiel es, das motivierte mich nun sehr für weitere Auftritte. Nach meiner Rede sprach ich oft mit den Helfern (oft Mitarbeiter), genoss einen feinen Apéro und im Zug eine stimmungsvolle Heimfahrt mit anderen Aktionären.

Die darauffolgende Kommunikation gestaltete sich hingegen schwierig, die NGOs lieferten keine Fakten, und weitere Diskussionen verliefen deswegen im Sande. Allerdings erweiterte sich mein Verständnis bezüglich vieler Fragen.

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Für die GV 2019..

.. schließlich habe ich meine ursprüngliche Idee der Weiterbildung wieder aufgegriffen. Ich bin sicher, dass es darauf zielführende Gespräche geben wird. Dazu habe ich ein Lied zu Plastik geschrieben, doch das eigentliche Problem ist fehlende Schulung.
Lied zu Plastik

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Nun ist auch schon die GV 2019 vorüber.
Meine Rede, oder besser das Lied und Gedicht ist bei den meisten Aktionären gut angekommen. Insbesondere das Thema Schulungen (Bildung), als Lösungsansatz vielerlei Probleme, ist weitgehend akzeptiert worden. Jetzt möchten wir mit dem Konzern Gespräche führen und hierbei auch Regierungen einbinden.

Nestlé empfing mich einmal in Vevey und erklärte mir dort das Modell des Sharing, dass eben Nestlé mit allen fair teile. Ich hatte ein Lied, «Wahrheit», vorbereitet.

Später wurden meine E-Mails nicht mehr beantwortet.

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Zur GV 2023, die wieder mit Anwesenheit der Aktionäre stattfindet, hatte ich folgenden Diskussionsbeitrag vorbereitet.

Diskussionsbeitrag GV Nestlé 20. April 2023
Werbekampagne mit afrikanischen Kakaobauern

Afrikanische Kakaobauern erhalten ein tiefes Einkommen, und diese Länder benötigen dringend Geld. Nestlé trägt zur Wertschöpfung bei. Vielleicht etwas mehr?

Mit George Clooney, «Nespresso what else», wurde eine fantastische Werbekampagne kreiert, deren Früchte wir als Aktionäre heute noch geniessen können.

Ich bat die entsprechenden Werbestrategen um eine Aktion, die den Kakaobauern sowohl als Erzeuger als auch als Promoter zugutekommt.

Die Antwort des Verwaltungsrates enttäuschte mich: Lediglich Allgemeinplätze, wie diese im Geschäftsbericht stehen, wie beispielsweise «die Bildungsgutscheine» erwähnte er. Per E-Mail fasste ich nach, Paul Bulcke beantwortete diese prompt:

Besten Dank für das freundliche Feedback und Ihre kreativen Vorschläge anlässlich unserer Generalversammlung. Wie Sie wissen, ist Afrika auch uns ein besonderes Anliegen. Gleichzeitig arbeitet unser Marketingteam seit einiger Zeit daran, unsere “Nachhaltigkeitsargumente” besser in unsere Marken zu integrieren und den Konsumenten noch klarer zu kommunizieren. Ihre Vorschläge rennen da offene Türen ein. Ich habe Ihren Vorschlag intern weitergeleitet.

Die Antwort zeigt eine sehr zentrierte Sicht auf Nestlé; dennoch besteht dank der Teilnahme an der Generalversammlung ein Dialog.

Diskussionsbeitrag GV Nestlé 20. April 2023
Nestlé nimmt seine Aktionäre teilweise ernst

Dieses Jahr habe ich erneut einen Beitrag an die Generalversammlung gerichtet.

Hier als Stichworte das Kernanliegen meines Beitrags:

  • Werte für Stakeholder schaffen
  • im Folgenden zuerst einmal ein Lied: Sozialkapital.
    Weitere Stichworte des Kernanliegens nach dem Lied;
  • Nestlé zahlt Dividenden für Aktionäre
  • Löhne für Mitarbeiter 
  • kauft bei Lieferanten ein 
  • zahlt Steuern, sogar mehr als in der OECD Richtlinie vorgegeben.
  • Alle Beteiligten sollten in Unternehmensentscheide einbezogen werden. Aktuell tun dies Kapitaleigner und am anderen Ende Großaktionäre.
  • Der Wunsch zur erhöhten Einflussnahme aus der Gesellschaft sowie zur Bildung von transparent agierenden Expertengremien zeichnet sich deutlich ab.

Frage, die im Vorfeld an Nestle gerichtet ist: 

Welche Expertengremien existieren bei Nestlé, und sollte der Einfluss von Großaktionären geschmälert werden?

Die entsprechenden Antworten darauf habe ich genauer betrachtet:

Nespresso Sustainability Advisory Board,
gegründet 2013, einmal jährlich für Nespresso promotend, George Clooney, 20 Experten, VIPs -> PR Show -> nur auf der Webseite von Nespresso ist dies ersichtlich.

Scientific Advisory Board: Scientific Advisory Comittee
Health Division: Dazu keine Auskunft zu Mitgliedern -> Was für Aktionen sind hiermit gemeint?

Forest Positive Expert Advisory Council
Auszeichnung: 2024, bei Forest 500 beste Leistung für Wiederaufforstung: Peru puro.

Cocoa Income Accelerator; 
begrenzte Info; ab 2024 Ghana, nur Elfenbeinküste: Strukturen dafür werden nicht hinterfragt.

Die Frage:
Neues Gremium durch Lostrommellösung (Urne)?

Nestlé hat meine Anliegen bereits im Vorfeld beantwortet. Daraufhin habe ich die Rede daher mit Beispielen unterlegen können. Auf der GV eine habe ich eine nur leicht zutreffende oder eine der Frage nur leicht entsprechende Antwort erhalten. Was wird in den Gremien entschieden, warum liest man nichts davon in der Presse?

Stattdessen: George Clooney setzt sich gegen Ungerechtigkeit ein, und Nestlé möchte mit der Gesellschaft so viel wie möglich teilen. Konkrete Fakten fehlen dazu allerdings. Auf die Idee, Plätze für ein Beratungsgremium zu verlosen, ist nicht eingegangen worden.

Die Aktionäre haben sich auf den anschließenden Apéro gefreut. Nestlé hat erlesene Weine serviert, das Essen ramponiert hingegen ihren Ruf. Schade finde ich auch, dass immer weniger Mitarbeitende an der GV mitwirken sowie Security und Service externen Firmen ausgegliedert werden. 

Immer ist es für mich ein schönes Erlebnis, den Nachwuchs von Nestlé zu treffen. Überdies haben am Apéro Mitarbeitende von Nestlé mit den Aktionären gesprochen. 

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Für 2025 habe ich erneut eine Aktionärsfrage hinsichtlich Fairness vorbereitet. Dafür habe ich gezielt entsprechende Daten gesucht und bin dabei auch auf die Kampagne von Public Eye eingegangen. Heftig wurde dort der tiefe Kaffeepreis von Nestlé kritisiert.

Meine Anfrage habe ich schon im Vorfeld an Nestlé gerichtet und aufgrund dessen Antwort meinen Diskussionsbeitrag überarbeitet:

Meine Reden trage ich immer frei vor, ein paar Stichpunkte – mehr brauche ich nicht.

Meine Frage habe ich mit dem Lied «Kaffee» angestimmt:

Das Thema Fairness habe ich später an der Generalversammlung noch näher betrachtet. Wie kann es sein, dass Aktionäre viel kassieren und die Kaffeebauern praktisch leer ausgehen? Der Kaffeeplan von Nestlé setzt auch bei nachhaltiger Produktivität an. Vor allem kaufe ich Paul Bulcke ab, dass er ein Gegner der Armut ist, aber die Möglichkeiten von Nestlé beschränkt sind, um gegen sie anzukämpfen. Auf meine Frage hin, was Nestlé zugunsten einer fairen Weltwirtschaft tun kann. Auf meine Frage hin hat er seine Antwort jedoch auf Argumente aus dem Kaffeeplan beschränkt.

An der Generalversammlung von Nestlé hat der Gesichtspunkt «Fairness» erneut intensiv seine Runde gemacht. Nestlé macht hier einen guten Job. Diesmal haben die meisten Redner Verwaltern von Aktienfonds angehört. Wie ich erfahren habe, sind regelmäßige Hearings für die Gruppe etabliert.

Auf welche Weise wir wieder beim Thema Fairness angelangt sind;