Familienunternehmen – unsere Feudalherrschaft

Villa als Symbolbild für reiche Familien

Wenn es um das Konzept des Familienunternehmens geht, scheinen viele Leute davon auszugehen, dass es sich um eine ideale Situation handelt. Sie sind der Meinung, dass Familien ihre Unternehmen ohne Mitbestimmung und ohne Erbschaftssteuern weitergeben können sollten. Leider ist diese Denkweise veraltet und verkennt die Realitäten unserer modernen Welt.

Mäzenatentum hatte in der Vergangenheit seine Zeit, aber heute isrt das weitgehends vorbei.  Familien verstehen, dass ein Unternehmen mehr als Sentimentalität braucht, um erfolgreich zu sein – es gibt finanzielle und administrative Komplexitäten, die berücksichtigt werden müssen. Zum Beispiel zählt die Rendite – wenn die Gewinne bestimmte Schwellenwerte nicht erreichen, wird jedes Unternehmen kämpfen, unabhängig davon, wem es gehört oder wie viel emotionalen Wert es für die Familie hat. 

In vielen Familienunternehmen spielen Mitbestimmung der Mitarbeiter keine Rolle, bei der Demokratie zählt das Ansehen und mit Geld können Politiker gefügig gemacht werden. Nachdem jede Pflicht zur Transparenz entfällt, ist es schwierig Korruption zu analysieren. Familien treffen oft alleine Entscheidungen und verteidigen ihre Macht. 

Dies kann zu einem ungerechten Umfeld führen und die Lebensgrundlagen der Menschen gefährden, weil der Egoismus obsiegt. Darüber hinaus führt der Mangel an Konsultation dazu, dass potenzielle Chancen nicht genutzt werden, da die am stärksten vom Unternehmen Betroffenen kein Mitspracherecht bei der Führung des Unternehmens haben.

Das bedeutet nicht nur, dass die Demokratie in Familienunternehmen missachtet wird, sondern auch, dass dem Staat Geld entzogen wird. Wenn das Unternehmen weiter vererbt wird, fallen kaum Erbschaftssteuern an.  Demokratische Regierungen verzichten auf viel Geld, um Arbeitsplätze zu erhalten.

Unternehmensgründer bauen selten Genossenschaften auf, an denen sich Mitarbeiter oder Kunden beteiligen können. Oft sind es Stiftungen, die selten demokratisch oder transparent sind.   Pensionskassen werden häufig genutzt, um die Renten der Arbeitnehmer zu verwalten, und das Geld im Unternehmen einzusetzen, wieder unter Kontrolle der Familie. 

Ich rede gerne von Transparenz. Bei Familienunternehmen fehlt diese und dennoch wird diese Unternehmensform nur gelobt. Verantwortung wird weitergegeben. Doch es ist ein

 Feudalismus, der schädlich für die Demokratie ist. Reichtum beruht auf Herkunft, und kann durch den Staat nur schwer umverteilt werden. Leistung wird durch solch feudalistische Strukturen erschwert.

Bei meiner Initiative Nano-Kapitalismus diskutiere ich die weitgehende Abschaffung vom Erbe und eine Verteilung des Vermögens. So haben viele bessere Startchancen.

https://regierungsrat-aargau.ch/nano-kapitalismus

Wir können auch die Marktregeln betrachten, die eben wenig gelten.

In unserer Demokratie müssen wir Vermögensverteilung offensiv diskutieren. Vielleicht entstehen Wege, die Macht der reichen Familien zu begrenzen.  Unsere aktuellen Rahmenbedingungen für die Kontrolle von Kapital sind da ungenügend.

Accelleron – Aktionäre wollen nur Dividende

ABB ist für die Energietechnik ein Weltunternehmen. Es konzentriert sich mehr auf die Themen Elektrizität und Automation. Dort liegt immer mehr der Schwerpunkt auf Software. 

Ein Nachbar meinte, da bleibt bald nicht mehr viel übrig. So hatte ich mich für einen Redebeitrag entschlossen. Thema, die Aushöhlung, die Zukunft der Energiestadt Baden. Das mit einem Lied.

Die Antwort ist wie erwartet ausgefallen, man glaubt das Geschäft zu stärken. Zwei weitere Fragen sehen das kritisch, zum einen warum ein Unternehmen mit 25% Marge ausgliedern und zum anderen, dass Knowhow verloren geht, gerade bei Elektroladestationen, die ABB forciert. 

Fragen aus dem Publikum beleben eine Versammlung, das Management muss Stellung nehmen, auch wenn es nicht geprüft werden kann. Vor allem, wenn auf mangelnde Synergie hingewiesen wird. Oder auf die Strategie, ein schweres Thema. 

Webseite ABB

Accelleron – Aktionär ausgeschlossen

Die Einladung zur Generalversammlung kam: ins Trafo Baden – ein öffentlicher Veranstaltungsort, doch für mich mit Hausverbot belegt. Ich wandte mich an Accelleron, bat um eine Teilnahme trotz Ausschluss. Doch das Unternehmen zeigte weder Interesse noch Engagement an einer Lösung. Keine Kontaktaufnahme mit der Verwaltung, keine virtuelle Lösung, keine Zutrittskarte für mich.

Ich griff zur superprovisorische Verfügung – abgelehnt, zuständig sei das Handelsbgericht. Ich suchte wieder nach einer einvernehmlichen Lösung, schliesslich wurde mir ein Gespräch mit dem Verwaltungsratspräsidenten angeboten – zwei Wochen nach der GV.

In der Zwischenzeit geschah das Gegenteil von Entspannung: Accelleron liess über seine Anwälte reagieren. Ich wurde beim Handelsgericht plötzlich als Gesuchsteller geführt, obwohl eigentlich Accelleron klagte. Das Gericht urteilte gegen mich – und legte mir als Gesuchsteller die Verfahrenskosten auf.

Ich zog vors Bundesgericht. Auch dort: Abweisung. Keine unentgeltliche Rechtspflege, keine Chance auf eine inhaltliche Revision. Jetzt bleibt mir das Erlassgesuch – weil ich schlicht dafür nicht zahlen will – doch auch das wird abgelehnt.

Die Ausplünderung geht weiter. Der gesamte Gewinn des Unternehmens wurde 2025 als Dividende ausbezahlt. Dagegen hat niemand opponiert. Und wer hätte das für mich gemacht, Gesang, um zu bewegen?

Kritische Aktionäre werden mit juristischen Mitteln ferngehalten. Alles rechtlich ok. Der Verwaltungsrat hat alleiniges Entscheidungsrecht. Wirtschaftsdemokratie? Beim Gespräch mit dem Verwaltungsratspräsidenten, zwei Wochen nach der GV, allgemeines Geplänkel.  Die GV wird wieder im Trafo stattfinden und sicherlich nicht virtuell. Zur Strategie der Accelleron wird auf den Geschäftsbericht verwiesen. Das Interesse an meinen Anliegen gleich Null.

GV

Was bleibt? Wirtschaftsdemokratie ist schwierig, ich werde meinen Einsatz aufrechterhalten.  Öffentlich! Unbequem, mit meiner Stimme – zäh.

Nachfolgend die beiden Gerichtsurteile

Nun ja, 2026 gehe ich auf die GV der Accelleron, dazu habe ich folgendes Votum vorbereitet

Zwischen Aktionärsdemokratie und Genossenschaftsideal

Bei der Generalversammlung der Accelleron AG hatte ich die Ehre, als erster Aktionär überhaupt das Wort zu ergreifen – ein Beitrag, den der Verwaltungsrat ausdrücklich als Bereicherung würdigte. Interessant war dabei die Randnotiz der Führungsebene: Man habe bei der Gründung ursprünglich über eine Genossenschaft nachgedacht, dies jedoch zugunsten der Transparenz einer Aktiengesellschaft verworfen.


Hier lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen. Meiner Ansicht nach war die Ausgliederung durch die ABB eine rein strategische Entscheidung. Die Eigner wollten Kapital sehen; der Börsengang war schlichtweg die lukrative Alternative zum Direktverkauf.

Die Argumentation gegen die Genossenschaft hinkt zudem, denn auch diese kann absolut transparent agieren. Wie viel demokratischer wäre es, wenn – ganz nach genossenschaftlichem Prinzip – jeder anwesende Aktionär die gleiche Stimme hätte? Ein inspirierender Gedanke, der leider oft den harten Realitäten des Kapitalmarktes weichen muss.

Quartierfest in Ostermundingen

Politische Werbung mit Gesichtern der FPD auf Schokokuesse

Mit diesem kurzen Bericht über Quartierfeste möchte ich dazu ermutigen darauf persönliche Gespräche zu suchen. Nicht zuletzt auch, um übend dabei Kompetenzen für eigene Reden zu erlangen, eigene Meinungen zu essentiellen Themen zu bilden und gemeinsam den gesellschaftspolitischen Horizont zu fördern.

Vereine und politische Parteien nutzen Quartierfeste, um mit den hiesigen Bewohnern zu sprechen. Meistens kommen alle aus dem selben Ort. Auswärtige nehmen selten teil. Gespräche können resultieren, auch wenn sich die Vereine primär um Unterhaltung wie Essen kümmern.

Doch werden Unterschriften für Initiativen und Petitionen gesammelt. Da kann debattiert und gestritten werden. Wie entwickelt sich das Quartier in Zukunft? Ebenso die lokalen «Protokollbeamten» schauen vorbei. Jedes Foto in der regionalen Presse generiert Wählerstimmen.

Ich war auf dem Fest in Ostermundigen und konnte mit Parteien jedweder Couleur diskutieren. Einige Initiativen und Petitionen unterzeichnete ich, wobei ich mich da nie typisch schweizerisch verhalte. Denn ich bin mit dem, was ich unterschreibe, nie unbedingt einverstanden; doch möchte ich dadurch die jeweilige Debatte fördern.

Auf einem Quartierfest kann man die Einheimischen treffen. Doch das gemeinsame Feiern macht hier das wichtigste Element aus. Ferner wird reichlich viel für Kinder getan. In der Schweiz rauschen zahllose Feste vorbei, und unterwegs auf Reisen besuchen wir gerne nebenher ein solches Fest.

«My Switzerland» listet stets viele Veranstaltungen, doch etliche fehlen auch auf dessen Blattform. Diese Beurteilung, weil die Blattform insbesondere die lokale Bevölkerung anspricht;
Veranstaltungsverzeichnis von My Switzerland

Mut zu Fragen an Networking Anlässen

Wiederholt gäbe es eigentlich Möglichkeiten zu Begegnungen und des Austauschs; auf sogenannten Network-Anlässen ebenso. Ein solch besuchter Anlass postiert oftmals einen Redner und spendiert einen Apéro. Doch offensichtlich mit; «bitte nicht stören, lasst ihn sein Programm runterspulen.» Später bedienen wir uns am Apéro, stossen mit einem Glas Wein an und hoffen, dass sich Geschäftsbeziehungen ergeben.

Wozu so langweilig? Vielen Teilnehmern missfällt das; finden, «die denken nur ans Networking. Mir bleibt oft keine Gesprächsmöglichkeit und eventuell nur eine Frage, die ich auf einem Notizblatt weitergebe.» Die meisten Referenten lernen hingegen gerne dazu, anschliessende Fragen und Diskussionen noch am selben Anlass verbessern jeden Vortrag.

Hinsicht eines Networkinganlass-Abschlusses wäre dies ein bedeutendes Thema, welches es zu kommunizieren gilt; denn nur sofern dessen Kultur keine Diskussionen, kein Hinterfragen pflegt wird kaum darüber gesprochen. So bleibt am Ende lediglich «das Wetter». Es gestaltet sich schwierig oder äusserst herausfordernd sich lediglich via Networking beruflich neu zu verbinden. Meistens bestehen schon langfristige Partnerschaften, und in einem kurzen Gespräch kann hierfür überwiegend nichts wirklich Förderliches ausgetauscht werden. 

Man sieht sich, man trifft sich, man redet, doch dieser Smalltalk wird nirgendwo trainiert, hier ein Lied.

Ich möchte hier anregen, einen Vortrag, eine Diskussion als Motivation zu sehen, als Anlass etwas mitzugeben und mitzunehmen. Es kommt vor, dass ich ausgeladen werde, weil ich eben an einer gesamten Veranstaltung interessiert bin, und dies tendenziell ganzheitlich. Ich hinterfrage dabei gerne und lasse mich eben durch keinen Apéro bestechen.

Mehr Mut zum echten Networking – in der Schweiz können wir viele Veranstaltungen wahrnehmen.
Hier ein paar Anbieter, zahlreiches finden Sie im lokalen Umfeld bei Verbänden und in der Politik:

IFJ
KMU
WIR

Autorenlesung – mit Schriftstellern sprechen

Autorenlesungen werden heute hauptsächlich aus Kostengründen sowie aufgrund des Organisationsaufwandes von Literaturhäusern veranstaltet. Ich erinnere mich gerne an einen kleinen Kreis in der Buchhandlung oder der Bibliothek, zu welchem der Autor zugegen ist.

Er hat zu seinem Leben, seinem Buch erzählt, aus dem Buch vorgelesen. Bevor er erneut gelesen hat, eine Diskussion angeregt, danach wiederum vorgelesen. Später hat er einige seiner Bücher verkauft und signiert, damit einen beachtlichen Teil seines Einkommens verdient.

Heute ist diese Art zu vermarkten weitgehend passé. Reisekosten für solcherlei Dienste werden von Verlagen selten übernommen. Solche Werbung ist teuer, ihre Technik aufwändig.

Ich habe einen guten Bekannten in Berlin: Frieder Monzer. Er schrieb drei Reiseführer, alle erschienen im Trescher Verlag, Berlin.

  • Erzgebirge
  • Moldawien
  • Slowakei

Alle Versuche, bei Buchhandlungen oder Reiseveranstaltern eine Lesung in der Schweiz zu organisieren, scheiterten. «Dennoch, nicht aufgeben.»

Literatur mag ich, daher habe ich zu diesem Thema eine Webseite erstellt.

Glencore, der Rohstoffgigant

Glencore ist für mich ein spezieller Fall. Aus meiner Jugend kenne ich die Geschichten von Marc Rich, der die Sanktionen gegen den Iran gebrochen hatte und sich danach nur noch in der Schweiz sicher fühlen konnte. Viele Jahre später hat ihn Bill Clinton begnadigt, die zugehörigen Hintergründe recherchiere ich.

Glencore ist nach diversen Fusionen ein riesiger Konzern, der den Rohstoffhandel kontrolliert. Der Konzern wird angegriffen und lässt dies wie Wasserperlen abstreifen. Als Touristiker, der sich für den Kongo und Sambia interessiert, hilft ein gutes Verhältnis mit Glencore.
Möchte ich das?

Kongo.Reisen
Sambia.Reisen

Im Oktober 2020 habe ich Glencore besucht und ein Ultimatum gestellt. Mein Wunsch ist, dass kein Geld in die Abstimmung für die Konzernverantwortungsinitiative gesteckt wird. Glencore soll die soziale Verantwortung tragen und auch bezahlen. Ich weiss, chinesische Interessenten nehmen womöglich noch weniger Rücksicht auf Mengen, und deren Margen sind tief. Diese werden ebenso fallen, weil das Internet für mehr Transparenz sorgen wird.

Es existieren im Rohstoffhandel viele Leichen im Keller, durch korrupte Machenschaften, die an den Tag kommen können und auch bestimmt früher oder später auffallen werden. Glencore sollte endlich in eine ehrliche Öffentlichkeitsarbeit investieren.

Barry Callebaut – Ironie?

Barry Callebaut zählt zu den weltweit wichtigsten Kakaohändlern. in jedem Glied der Wertschöpfungskette verwirklicht das Unternehmen Aktivitäten. Es verfügt über eine bedeutende Verarbeitung, insbesondere als Outsourcing für andere Marken.

Dessen Aktie kostet über CHF 2000.-, Hauptaktionär ist die Jacobs Stiftung. Diese engagiert sich leicht in der Förderung von Kindern und Jugendlichen. CHF 43 Mio. kosten der Stiftung die Aufwände für Personal und Spenden, ihre Steuerersparnisse dürften wesentlich höher sein. 2019 hat die Jacobs Stiftung viele Aktien abgestoßen und dürfte darüber hinaus 1,5 Mrd. flüssige Mittel verwalten. Das Klumpenrisiko sei aber (angeblich) zu hoch.

Redner sind auf der GV nicht vorgesehen. Ich gab dennoch meine Rede ab, und das einzige Echo kam zurück als, «wir arbeiten dran.» Die Aktionäre liebten das Dessert-Buffet, sie durften davon einpacken, und nach 30 Minuten war nichts mehr davon übrig. Offenbar zeigt sich das Unternehmen immer weniger großzügig. Das Aktionärsgeschenk übergab ich der «Gwundertüte», einer Eisdiele in der Region.

Der CEO eines Unternehmens mit 12’000 Mitarbeitern hält CHF 16 Mio. für einen marktgerechten Lohn. Irgendwie wirkte all dies auf mich wie ein Hohn; für die Kleinaktionäre ein schöner Anlass, an Reden von Besuchern kein Interesse, «die stören scheinbar nur.»

Für diesmal nahm ich mir drei Jahre später, an der Generalversammlung 2022 vor, die Situation im Kongo anzusprechen, 25 Millionen Menschen sind dort schliesslich vom Hunger bedroht. Ich reichte meine Frage dazu ein, dem Verwaltungsrat – so schien mir ganz klar – blieb für eine fundierte Antwort genügend Zeit. Stattdessen vernahmen wir nur ein bisschen allgemeines Gerede über Nachhaltigkeit, keine Zahlen, keine Daten, nichts. Überdies verstanden die Teilnehmer dank schlechter Technik hinten nichts.

Diesmal gab es auch kein Dessert-Buffet, zwei Redner beklagten sich; «der Verwaltungsrat versprach dies nächstes Jahr wieder einzuführen.» Denn die Aktionäre erachteten sich als billig abgespeist. Lediglich Kaffee, Tee, Mineralwasser, Apfelsaft und ein paar Schokolädchen, die sich die Teilnehmer fleißig rafften.

Barry Callebaut ist der grösste Kakaohändler weltweit und ein bedeutender Lieferant für Konditoren. Wie sieht es mit dessen Verantwortung aus? Für das nächste Mal an der GV werde ich wohl einen Antrag stellen und vorher den Geschäftsbericht lesen.

Nun habe ich für die GV 2023 den Geschäftsbericht durchgearbeitet und mich gefragt, wer eigentlich alles von Barry Callebaut profitiert. «Vielleicht die Aktionäre etwas zu viel?» Es sind 50% der Lohnsumme, die in die Rachen der Aktionäre fliessen. Aber die Kakaobauern leben unter prekären Umständen, während wir im Wohlstand ertrinken.

Ich habe das mit Zahlen erläutert, doch bin zu wenig ins Detail gegangen, um damit Lösungen aufzeigen zu können. Nächstes Jahr sollte ich konkrete Forderungen stellen, die für mehr Verteilungsgerechtigkeit sorgen.

Im Vorfeld habe ich die Teilnehmer mit meinen Liedern unterhalten wollen. Dazu habe ich am Stehtisch kleine Schokotafeln aufgebahrt und angeboten, während mein Tablet eine kleine Holzkiste mit vielen Schokotafeln abgedeckt hat. Das hat zu gereizten Protesten geführt. Ich habe die Schokotafeln halt dosiert verteilt, während dies einigen nicht genug gewesen ist. «Manche können den Hals nicht voll kriegen.» ;->

An der Generalversammlung ist eine Stunde lang um eine Erhöhung der Dividende gestritten worden; dies, um einen Ausgleich für den stark gefallenen Aktienkurs zu erzielen: «Um den Unternehmenswert zu steigern, sollte das Geld im Unternehmen arbeiten.» Der Antrag wurde allerdings haushoch abgelehnt. Zumindest eine prall gefüllte Tasche mit Schokolade und Backmitteln haben die anwesenden Aktionäre bekommen. 

Die Aktionärsversammlung 2024 hat nur virtuell stattgefunden. Ich fühle mich dabei nicht wohl und habe mich wohl daran gewöhnen, keinen Kontakt mehr mit anderen Aktionären zu pflegen. Ich habe das kritisiert, auch dass der Aktienkurs seit einem Teilausstieg der Jakobsstiftung um 40Prozent gefallen ist. Ob sich der Kurs wieder erholt?

Jetzt zu meiner Frage, die kaum beantwortet worden ist:

Wie vermag man es, Kakaobauern aus der Armut zu führen? Der Staat benötigt finanzielle Mittel für Infrastruktur, wie wird Ghana unterstützt, insbesondere durch Steuern? Wie unterstützen wir die Kakaobauern? Andere Kaufquellen, Landwirtschaft mit mehr Biodiversität hinsichtlich Obstbäume, Edelhölzer, Kleinviehzucht, Gemüse? Durch den Tourismus müsste man was, wie, wo ändern?

Was zeichnet eine moderne Kakaofarm aus? In den Unterlagen äussern sie sich über wirtschaftliche Kriterien, wie Lage, Dünger, Management; was für eine Rolle könnten hier Genossenschaften, eine meiner Meinung nach ideale Gesellschaftsform, spielen?

Antworten hinsichtlich hoher Kakaopreise und neuer Anbauflächen, worauf auch Trockenheit vorhanden sein kann; wird der CEO mit Ministern in der Elfenbeinküste ermitteln.

aus Wikipedia:
Mehrere Faktoren tragen zu schlechten Ernten und Engpässen bei der Versorgung mit Kakaobohnen bei. Zu den direkten Ursachen zählen Unterinvestitionen in alternde Plantagen (aufgrund chronischer Armut der Bauern), durch den Klimawandel bedingte Wetterbedingungen und die Viruserkrankung „geschwollene Triebe“ 

Mein Fazit; unbedingt müssten sich die Bedingungen der Kakaobauern bessern, mehr Forschung sollte betrieben werden, damit Plantagen resilienter werden, dies besonders durch mehr Biodiversität. Verstehen besagte Manager etwas über und rund um Kakao? Vor allem über jene Menschen, die ihn anbauen und jene, die innert der Lieferkette arbeiten? Oder verstehen sie hauptsächlich etwas von Zahlen, Geringfügiges vom Rest?

Gutenberg-Reise nach Mainz

In Mainz wurde der Buchdruck erfunden. Dieser hatte grosse Auswirkung auf die Bildung und das Verständnis der Welt. Daher unser Reiseangebot, welches sich vor allem an «WordPresser» wendet. Das beliebteste *CMS der Welt nennt den neuen Editor Gutenberg.

Damit möchte man die Menschen motivieren einfach und schnell praktische Webseiten und Blogs zu erstellen. Die hier vorliegende Reise ist eine Empfehlung, welche gerne kopiert werden kann.

*CMS sind Programme, mit dessen Hilfe Inhalte erstellt, bearbeitet und organisiert werden. Dies kann, aus Texten, Bildern, Videos, Multimedia-Dokumenten in Webseiten und anderen Medienformen bestehen.

ABB GV – Profiteure?

Die ABB hat die Stromnetzsparte an «Hitachi» veräussert. Auf der Generalversammlung möchte ich das Thema «Profiteure» ansprechen. Vor allem geht es mir um Mitarbeitende. Sobald ein Geschäftsbereich abgestossen wird, führt das immer zur Umstrukturierung und oft zum Stellenabbau. Niemand ist gerne arbeitslos. Deswegen wagen zig Menschen den Schritt in die Selbständigkeit und geben letztendlich ihr Pensionskassenvermögen auf.

Mir ist dieser konkrete Fall bekannt: Nun gibt es zwei Rentnerinnen, die zerstritten und trotz langer Berufstätigkeit von Ergänzungsleistungen abhängig sind. Zur Unterstützung werden hier keine Auffanggesellschaften für ehemalige Mitarbeitende oder noch besser, keinerlei Neugründungen in Begleitung solcher ehemaligen Mitarbeitenden praktiziert, wenn diese noch nicht ihr Rentenalter erreicht haben oder weiterhin berufstätig sein mögen. Es wird hier vollumfänglich auf die Flexibilität von Mitarbeitenden gesetzt. Doch gerade im Alter gestaltet ich so etwas schwierig und bedeutet meist einen Rückschritt.

Warum sollen  lediglich Aktionäre und die Geschäftsleitung von Verkäufen profitieren? Welche Möglichkeiten gibt es besonders zu Gunsten gekündigter, älterer Mitarbeitenden das Knowhow in der Region zu halten und auszubauen? Politiker von Verwaltungsräten, vertreten meist die Unternehmensseite und führen kaum darüber hinaus Diskussionen .

Wieder habe ich ein Lied verfasst, passend auch, dass die Generalversammlung auf den Tag der Arbeit folgt;
www.zurfluh.de/arbeiten

Mein folgendes Gedicht, welche die Fragestellungen verpacken. Herr Voser hat das Thema souverän behandelt, den Weiterbildungsfaktor und die gesellschaftliche Verantwortung skizziert. Es ist «Wasser auf die Mühlen» meiner Weiterbildungspläne für Afrika.

Aktionäre vom Verkauf profitieren
vielleicht die Arbeiter verlieren
Sichern wir faire Chancen
für zukünftige Job-Allianzen
Damit das Wissen bleibt bestehen
wir hier neue Techniken sehen
Die Schlüsseltechnologie ist Energie
vergessen wir das nie
Lassen wir Angestellte eine Firma gründen
statt Sie nur zu schinden

Ich gehe zur Generalversammlung 2026 und habe mir als Thema die Dividendenpolitik vorgenommen.

Meine Gitarre musste ich an der Garderobe abgeben, die Verantwortlichen von ABB haben diesen Entscheid aufgehoben und ich hatte während des Aktionärfrühstücks viele gute Gespräche. Die Gitarre oder roter Hut, es wird sich an mich erinnert.

Die Frage habe ich gestellt, sie wurde ausführlich beantwortet, 275 Ingenieure hat ABB in der Schweiz angestellt. Wieviel wohl freigestellt? Und für die Wohnungslage könnte die ABB nichts, das Geld kommt vor allem der Industrie zugute.

ABB verkauft die Sparte Robotics für USD 5 Mrd. an die Softbank und macht gleichzeitig viele kleine Investments, hofft dort auf Synergien. Wobei der Arbeitsdruck im Kernbereich immer weiter steigen wird, die Zahlen müssen stimmen. Das der Stresspegel zurückgeht hoffe ich, denn bei Menschen ist es mit immer mehr Leistung schwierig, Burnout mehr als ein Schlagwort. Eine schöne GV.

Bürgerreise Kasan – Demokratie erleben

Winterlandschaft in Tatarstan

Am 12. Juli 2018 wurde wieder einer meiner Leserbriefe veröffentlicht. Anhand eines Zeitungsberichtes und auf die Initiative der GIZ hin forderte ich die Leser auf, sich selbst ein Bild über Russland zu machen. Zahlreiche russische Freunde laden mich immer wieder nach Russland ein. Ich mochte nach meiner USA-Reise ursprünglich erst Russland besuchen, zuvor kam mir aber eine Bürgerreise, die ich begleitete.

Nun habe ich für den 22.2. bis zum 2.3.2019 eine Bürgerreise nach Kasan ausgeschrieben und gleichzeitig um einen Empfang des Präsidialamtes in Moskau gebeten. Ich nehme an, Herr Putin mag meine Liedertexte und habe meinem Schreiben ein provokantes Lied beigefügt. Auf diese Reise bin ich gespannt. Insbesondere schätze ich die ausgiebige Möglichkeit zu ihrer Vorbereitung.

Wir werden Moskau besuchen, mit dem Zug nach Kasan reisen und von dort auf das Land fahren. Sicherlich werden wir an die Universität eingeladen und können mit Unternehmern sprechen. Wirklich mehr als genug Zeit für eigene Erkundungen sollte sich finden.
Zu Kasan zähle ich mich immerhin zu den Spezialisten, das ist doch schon einmal ein prima Anfang.

Die Reise soll auch Spass bereiten. Wirklich freue ich mich, wenn auch von der Schweiz verschiedene Menschen, «ein Grüppchen Meinungsvielfalt» anreisen wird.

Die Bitte um einen Empfang
Anfrage Empfang Bürgerreise beim russischen Präsidenten

Geschätzte Kosten:

  • Flüge Euro 500,-
  • Bahnfahrt Euro 100,-
  • Hotel Euro 700,-
  • Transport Euro 100,-
  • Eintritte Euro 30,-
  • Organisation Euro 300,-   
  • Visakosten Euro 160,-

Wir haben es schliesslich nicht geschafft, Mitreisende zu finden. Ebenso hat der Präsident Vladimir Putin unseren Brief unbeantwortet gelassen.